Stand: 21.02.2019 14:04 Uhr

"Gorch Fock" wird erst mal schwimmfähig gemacht

Die "Gorch Fock" in alter Pracht - jetzt verschlingt ihre Sanierung Millionen.

Nachdem die Elsflether Werft am Mittwoch Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt hatte, will das Bundesverteidigungsministerium offenbar den Zahlungsstopp an das Unternehmen aufheben. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Sobald das Insolvenzverfahren eingeleitet ist, könnten also wieder Gelder für die Sanierung des Marine-Segelschulschiffs "Gorch Fock" fließen.

Zuständigkeit wechselt nach Koblenz

Aktuell liegt die "Gorch Fock" im Auftrag der Elsflether Werft bei Bredo im Bremerhavener Fischereihafen. Dort kann sie jedoch nicht ewig bleiben, und so soll sie im nächsten Schritt wieder schwimmfähig gemacht werden. Das sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Mittwochabend. Das wird wohl weitere 10 bis 20 Millionen Euro kosten. Ist das Segelschulschiff im Juni in einem schwimmfähigen Zustand, will von der Leyen endgültig über die Zukunft des Schiffs entscheiden. Bis dahin sollen unter anderem die Korruptionsvorwürfe gegen einen Bundeswehr-Mitarbeiter des Marinearsenals in Wilhelmshaven geklärt sein. Eine erste Konsequenz ist offenbar schon gezogen: Wie NDR 1 Niedersachsen erfuhr, ist für das Prüfen der Preise nicht mehr das Marinearsenal Wilhelmshaven zuständig, sondern das Bundesamt für Ausrüstung in Koblenz.

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Kostenexplosion bei Sanierung

Die Kostenexplosion bei der Sanierung des Schiffs hatte Verteidigungsministerin von der Leyen in Bedrängnis gebracht. Im Dezember ordnete die Marine den vorläufigen Zahlungsstopp an. Zunächst waren zehn Millionen Euro für das Schulschiff eingeplant gewesen - dann stieg die Summe von 75 Millionen auf bis zu geschätzte 135 Millionen Euro. Bisher sind 69 Millionen Euro ausgegeben worden.

Ein Zulieferer hat bereits aufgegeben

Der CDU-Landtagsabgeordnete Björn Thümler aus dem Landkreis Wesermarsch sieht in der Eigeninsolvenz einen Neuanfang für die Elsflether Werft. Die Aussichten für einen Weiterbau der "Gorch Fock" seien generell gut. Was die Insolvenz für die Mitarbeiter der Werft und ihrer Zulieferer bedeutet, ist zurzeit allerdings unklar. Die Werft hat Schulden bei den Zulieferern von mehr als 20 Millionen Euro. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, gibt Zulieferer Shiptec aus Elsfleth jetzt auf. Den 14 Beschäftigten wurde zu Mitte März gekündigt. Nach Einschätzung der Gewerkschaft IG Metall Küste hängen rund 600 Arbeitsplätze bei Werft und Zulieferern von der Gesamtprognose ab. Das Wichtigste dabei: Darf die Werft die "Gorch Fock" zu Ende sanieren oder nicht?

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 21.02.2019 | 17:00 Uhr

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