Stand: 02.01.2020 08:34 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Enercon-Zulieferer: Transfergesellschaften starten

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Enercon will in Deutschland keine Rotorblätter mehr herstellen - das trifft die Zulieferbetriebe. (Archivbild)

Für mehrere Hundert Mitarbeiter von Enercon-Zulieferern beginnt das neue Jahr mit einem Umsturz: Weil der Windanlagenbauer aus Aurich nicht mehr genug Aufträge hat, stellt er die Produktion von Rotorblättern in Deutschland ein. Heute nehmen vier Transfergesellschaften ihre Arbeit auf, in die 656 Beschäftigte wechseln können. Drei Enercon-Zulieferer stellen bis Ende März den Betrieb ganz ein, bei einem weiteren bleiben in Aurich noch 117 der 280 Arbeitsplätze erhalten. In den Transfergesellschaften sollen sich die Mitarbeiter weiterqualifizieren. Sie erhalten außerdem eine Abfindung und für maximal zwölf Monate ein erhöhtes Kurzarbeitergeld.

Enercon-Krise: Das Schicksal der Mitarbeiter

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Der Stellenabbau beim Windanlagenhersteller Enercon hat viele getroffen. Serhad Özdemir war sieben Jahre bei der Tochterfirma WEC Turmbau beschäftigt. Im Sommer kam die Kündigung.

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Enercon rechnet mit 1.500 wegfallenden Jobs

Die Enercon-Geschäftsführer betonen, dass der Windanlagenbauer seine Zulieferer für die wegfallenden Aufträge entschädige, die Transfergesellschaften seien finanziell gut ausgestattet. Wie viel Enercon zahlt, sagten die Beteiligten nicht. Beim letzten Stellenabbau im Jahr 2018 mussten mehr als 800 Mitarbeiter gehen. Die meisten von ihnen haben inzwischen wieder Arbeit gefunden, wie NDR 1 Niedersachsen berichtet. Dieses Mal rechnet Enercon damit, dass allein in Ostfriesland insgesamt 1.500 Jobs wegfallen. Noch einmal genauso viele Stellen sollen in Magdeburg wegfallen.

200 Millionen Euro Verlust im Jahr 2018

2018 schrieb Enercon 200 Millionen Euro Verlust und auch im abgelaufenen Jahr dürfte es ein deutliches Minus geben. Bis 2022 will sich das Unternehmen daher umstrukturieren: Mehr internationales Geschäft, weniger Produktion in Deutschland. Die IG Metall kritisiert, dass sie beim Verhandeln der Sozialpläne nicht einbezogen wurde und Enercon gar nicht versucht habe, die Jobs zu halten. Die Gewerkschaft rechnet mit weiterem Stellenabbau, sollte die Krise in der Windenergiebranche anhalten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 02.01.2020 | 09:00 Uhr

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