Stand: 03.07.2020 11:22 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Deutlich mehr Kegelrobben in der Nordsee

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Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste (Archivbild).

In der Nordsee wächst die Zahl der Kegelrobben weiter. Im deutschen, dänischen und niederländischen Wattenmeer wurden 7.649 Tiere gezählt. Seit Beginn der Zählflüge vor zwölf Jahren hat sich der Bestand der Kegelrobben nach Angaben des Wattenmeersekretariats Wilhelmshaven (CWSS) mehr als verdreifacht. Allein im niedersächsischen Wattenmeer stieg die Anzahl der Population um etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Flüge wegen Corona-Pandemie vorzeitig beendet

Bei ihren Flügen, die in diesem Jahr in den Monaten März und April erfolgten, notierten die Piloten 587 Tiere auf Sandbänken und Stränden in Niedersachsen, in Schleswig-Holstein wurden sogar 1.108 Kegelrobben gezählt. Wahrscheinlich seien es noch deutlich mehr, sagte eine CWSS-Sprecherin. Wegen der Corona-Pandemie mussten die Zählflüge nämlich vorzeitig beendet werden.

Kegelrobben im Wattenmeer

  • Kegelrobben sind die größten Raubtiere an der Wattenmeerküste. Sie werden bis zu 2,30 Meter groß und können bis zu 300 Kilogramm wiegen.
  • Früher galten sie als Konkurrenten der Fischer und wurden über die Jahrhunderte in der Nordsee nahezu ausgerottet.
  • Seit dem Jagdverbot in den 1970er-Jahren hat sich der Bestand im Wattenmeer wieder erholt. Die Tiere kehrten aus britischen Gewässern zurück.
  • Von den Seehunden unterscheiden sich Kegelrobben durch Farbe, Größe und Nasenform. Diese sieht aus wie ein Kegel.

Tiere haben mehr Ruhe vor Menschen

Der deutliche Anstieg der Kegelrobbenzahlen hat der Sprecherin zufolge zwei Gründe. Zum einen gehe es den Tieren richtig gut, sie vermehrten sich prächtig. Zum anderen hätten die Tiere wegen des Coronavirus deutlich mehr Ruhe vor den Menschen. Daher würden sie sich auch mehr auf Sandbänken und an Stränden zeigen und könnten so gezählt werden.

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Die größten Kolonien gibt es in den Niederlanden, gefolgt von Niedersachsen und Helgoland. Die Jungtiere waren bereits der während der Wurfzeit in den Wintermonaten gezählt worden. Im Wattenmeer und auf Helgoland wurden dabei 1.726 Jungtiere erfasst - der größte Teil von ihnen (932) im niederländischen Bereich. In den dänischen und schleswig-holsteinischen Teilen des Wattenmeers wurden keine Jungen an den Tagen der Zählung verzeichnet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.07.2020 | 12:00 Uhr

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