Ein Mann arbeitet an der Deichbaustelle in der Krummhörn. © dpa Foto: Sina Schuldt

Deichverbände fordern mehr Investitionen in den Küstenschutz

Stand: 12.11.2021 18:00 Uhr

Wegen der Folgen des Klimawandels fordern die Deichverbände vom Bund deutlich mehr Geld für den Küstenschutz als bisher. Auch das Thema "Wolf" wurde bei einem Treffen der Verbände diskutiert.

"Wir benötigen 120 Millionen Euro jährlich für die Nordseeküste", sagte Godehard Hennies, Geschäftsführer des Wasserverbandstags Bremen und Niedersachsen, am Freitag im Rahmen des Treffens der Deichverbände in Wardenburg (Landkreis Oldenburg). Das ist fast das Doppelte dessen, was bislang ausgegeben wird. Das Geld werde nicht nur für die geplante Erhöhung der Deiche um einen Meter benötigt, sagte Hennies weiter. Auch seien Entwässerungssysteme mit hochwertigen Pumpen hinter den Deichen nötig für den Fall, dass Hochwasser bei Sturmfluten oder Hurrikanen übertreten sollte. Für die Installierung werde wiederum mehr Fachpersonal gebraucht.

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"Wolf soll von Deichen vergrämt werden"

Hennies ging auch auf das emotionale Thema "Wolf" ein. Weil die Schafe die Grasnarbe auf den Deichen festhielten, seien sie der wirtschaftlich sinnvollste Deichschutz. Darum fordert er wolfsfreie Zonen. Deichschäfereien hätten bereits aufgegeben, weil Wölfe immer wieder Schafe rissen. "Der Wolf gehört nicht an den Deich, es muss erlaubt sein, ihn von dort zu vergrämen", so Hennies.

Lies bringt Rückbau von Häusern ins Spiel

Niedersachsen Umweltminister Olaf Lies (SPD) unterstützt die Pläne der 22 Deichverbände in Niedersachsen und der zwei in Bremen zum Küstenschutz. "Der beschleunigte Meeresspiegelanstieg wird uns als Küstenland mittel- bis langfristig vor enorme Herausforderungen stellen", sagte er. Damit die vorhandenen Deiche erhöht werden können, dürften daher auch der Rückbau von Häusern und die Verlegung von Straßen kein Ausschlusskriterium sein.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.11.2021 | 18:00 Uhr

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