Mitarbeiter transportieren mit Hilfe eines Schwerlastkrans einen blauen Castorbehälter. © Picture Alliance Foto: Boris Roessler

Castortransport: Polizeigewerkschaft fordert Absage

Stand: 29.10.2020 09:35 Uhr

Die Gewerkschaft der Polizei fordert wegen der sich verschärfenden Corona-Situation eine Absage des laufenden Castortransports. Das Schiff mit dem Atommüll könnte am Sonnabend in Nordenham einlaufen.

Den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland sagte Gewerkschafts-Vizevorsitzende Jörg Radek, dass die Kräfte, die die Castoren begleiten, dann nicht für den Infektionsschutz zur Verfügung stehen. Das Ansteckungsrisiko für die Kolleginnen und Kollegen erhöhe sich noch einmal. Das Schiff "Pacific Grebe" mit sechs Castorbehältern war nach Informationen des Bündnisses "Castor stoppen" am Dienstagabend im britischen Hafen Barrow-in-Furness gestartet. Der Atommüll soll in Nordenham auf Güterzüge verladen und dann nach Biblis in Südhessen gebracht werden.

"Transport in Pandemie-Lage falsch"

Atomkraftgegner haben Proteste in Nordenham und entlang der möglichen Bahnstrecke angekündigt. In Oldenburg, Bremen, Nienburg, Göttingen, Köln und Biblis sind Mahnwachen geplant. Annette Ramaswamy von der Göttinger Anti-Atom-Initiative erklärte: "Wir wenden uns entschieden gegen jegliche Atommüllverschiebung, solange es noch kein geeignetes Endlager gibt und der Atommüll lediglich in ein Zwischenlager gebracht wird." Der Transport sei "hoch riskant", weil auch der verpackte Müll noch extrem stark in die Umgebung strahle. Die Sprecherin des Aktionsbündnisses "Castor stoppen", Silke Westphal, ergänzte: "Atommüll von einem ungeeigneten Ort an einen anderen ungeeigneten Ort zu verschieben, ist unabhängig von erklärten Pandemie-Lagen nicht nur unnötig, sondern falsch."

Bundesregierung lehnt Verschiebung ab

Aufgrund der angespannten Corona-Lage hatte das Land Niedersachsen zuvor versucht, eine Verschiebung des Transportes zu erreichen. Die Bundesregierung lehnte die Bitten jedoch ab. Deutschland sei vertraglich verpflichtet, seinen Atommüll zurückzunehmen. Dem wolle man nachkommen. Der Transport war zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr bereits einmal verschoben worden.

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Ein Schild warnt an einem Castor-Transport mit der Aufschrift "radioactive" vor radioaktiver Strahlung. © picture alliance Foto: Jan Woitas

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 29.10.2020 | 09:30 Uhr

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