Bewährungsstrafe nach tödlichem Sportboot-Unfall bei Barßel

Stand: 13.09.2021 12:56 Uhr

Das Amtsgericht Emden hat einen 30-jährigen Bootsführer zu einer Haftstrafe von einem Jahr auf Bewährung verurteilt. Er war vor fünf Jahren mit einem weiteren Boot kollidiert - zwei Menschen starben.

Wäre der Angeklagte nicht betrunken und schneller als erlaubt gefahren, hätte es nicht zwei Tote gegeben, sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsverkündung am Montag. Der heute 30-Jährige habe sich zumindest mitschuldig gemacht. Strafmildernd sei, dass der Fahrer des entgegenkommenden Bootes ebenfalls betrunken, zu schnell und dazu noch ohne Licht gefahren sei. Er und eine Mitfahrerin starben, vier weitere Menschen wurden schwer verletzt als auf dem Barßeler Tief im Landkreis Cloppenburg im August 2016 die beiden voll besetzten Sportboote kollidierten.

30-Jähriger muss 45.000 Schmerzensgeld zahlen

Verurteilt wurde der 30-Jährige wegen fahrlässiger Tötung in zwei Fällen, fahrlässiger Körperverletzung in vier Fällen und gefährlichen Eingriffs in den Schiffsverkehr. Außerdem muss er 45.000 Euro Schmerzensgeld und Schadenersatz zahlen. Der Angeklagte nahm das Urteil regungslos auf. Sein Anwalt erklärte, er werde seinem Mandanten raten, Berufung einzulegen. Denn ein Gutachten, das den Angeklagten entlastete, sei nicht berücksichtigt worden, sagte er. In der nächsten Instanz würde der Fall dann vom Seegericht in Hamburg verhandelt werden.

Nebenkläger mit Urteil zufrieden

Der Anwalt der Nebenkläger zeigte sich zufrieden mit dem Urteil. Fünf Jahre nach dem tödlichen Unfall könnten die Hinterbliebenen endlich versuchen, mit dem Fall abzuschließen, sagte er.

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Ein beschädigtes Motorboot liegt am Flussufer. © NonstopNews

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 13.09.2021 | 13:00 Uhr

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