Eine Schülerin hebt im Unterricht den Finger. © picture alliance/Daniel Karmann/dpa Foto: Daniel Karmann

Anhörung im Landtag: Hauptschullehrer will bessere Bezahlung

Stand: 14.10.2020 15:32 Uhr

Lehrkräfte an Hauptschulen sollten genauso viel verdienen wie ihre Kollegen an Gymnasien: Mit dieser Forderung eines Lehrers beschäftigte sich am Mittwoch ein Ausschuss des Landtags.

Mit einer Petition hatte sich ein Hauptschullehrer dagegen gewandt, dass Lehrkräfte am Gymnasium ein deutlich höheres Gehalt bekommen - und ihre Tätigkeit als bedeutender eingestuft werde. Der Chemie-, Politik- und Religionslehrer aus Otterndorf (Landkreis Cuxhaven) sammelte mehr als 5.000 Unterschriften innerhalb von sechs Wochen. Deshalb muss sich der Niedersächsische Landtag mit den Forderungen befassen. Am Mittwoch gab es eine entsprechende mündliche Anhörung durch den Petitionsausschuss.

Mehr Geld für weniger Unterrichtsstunden

In der Petition wird bemängelt, dass Lehrer an Grund-, Haupt- und Realschulen nach der Tarifstufe A12 bezahlt würden, die an Gymnasien nach Stufe A13, was zum Einstieg rund 450 Euro ausmache. Gymnasiallehrer müssten zugleich weniger Unterrichtsstunden leisten. Die niedrigere Besoldung empfinde er als "Geringschätzung", so der Hauptschullehrer. Er fordert laut Petition

"- die Feststellung der gleichwertigen Bedeutung aller Lehrämter für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesellschaftssystems und daraus folgend
- die Besoldungsstufe A13 bei einem Arbeitspensum von 22 Wochenstunden für alle Lehrkräfte."

Ähnliche Petition hatte keinen Erfolg

Eine Entscheidung gab es am Mittwoch noch nicht. Der Ausschuss will das Thema weiter beraten. Über eine ähnliche Petition hatte der Landtag bereits im Februar abgestimmt: Mehr als 30.000 Unterzeichner hatten die Bezahlung nach der höheren Tarifstufe A13 für alle Lehrkräfte gefordert. Die Landesregierung lehnte dies trotz Kritik von Grünen und FDP ab. Die Anhebung aller Lehrer auf A13 würde im Jahr mindestens 200 Millionen Euro kosten, hieß es in der Landtagsdebatte Anfang des Jahres von der CDU.

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Aus dem Kultusministerium heißt es dazu, Grund-, Haupt- und Realschullehrer erhielten seit diesem Schuljahr bereits knapp 100 Euro extra im Monat - eine Zulage, die der Lehrer als "höhnisches Trostpflaster" bezeichnete. Die Landesregierung rechnet vor, dies koste in diesem Jahr etwa 13 Millionen Euro, im ganzen Jahr 2021 würden es rund 31 Millionen. Der Unterschied bei den Wochenstunden sei gerechtfertigt, weil am Gymnasium mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung benötigt werde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Oldenburg | 14.10.2020 | 15:30 Uhr

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