Stand: 27.03.2020 13:32 Uhr

Tierheime wegen Corona bald an Belastungsgrenze

von Johannes Koch
Ein Dalmatiner steht hinter grünen Gitterstäben in einem Tierheim. © picture alliance Foto: Henning Kaiser
Kaum jemand kommt und adoptiert ein Tier: Es könnte voll werden in den Tierheimen. (Archiv)

Seit Tagen gilt auch in den meisten niedersächsischen Tierheimen ein Besuchsverbot. Nur noch wenige Freiwillige dürfen mit einigen Hunden Gassi gehen. Dass Tiere aus dem Tierheim adoptiert werden, komme in der Corona-Krise kaum noch vor, sagt Dieter Ruhnke, Vorsitzender des Landestierschutzverbandes, dem NDR in Niedersachsen. Schon deshalb könnten die Tierheime bald voll sein, befürchtet er.

Viele Tierhalter in Risikogruppe

Hinzu kommt, dass viele Besitzer in Niedersachsen zur Risikogruppe gehörten. Der Tierschutzverband schätzt, dass die Halter von rund der Hälfte der mehr als drei Millionen Haustiere - Fische und Exoten ausgenommen - älter als 50 Jahre sind. Sollten sich in den kommenden Wochen immer mehr Menschen nicht mehr um ihre Tiere kümmern können, stünden die Tierheime vor einem Unterbringungsproblem.

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Tierheime im Schichtbetrieb

Schon jetzt arbeiten die meisten Tierheime mit zwei Doppelschichten, damit bei einer Infektion eines Tierpflegers ein zweites Team einspringen kann. Schon das sei eine enorme Mehrbelastung der Pfleger, teilte der Landestierschutzverband mit. Zudem würden immer weniger Menschen angesichts der Krise an Tierheime spenden.

Keine staatlichen Notfallgelder?

Ruhnke kritisiert, dass die Tierheime aktuell nicht durch staatliche Notfallhilfen abgedeckt seien. "Den Tierschutzvereinen stehen keine Liquiditätshilfen, Stundungen oder Kurzarbeitergelder zu."

Von der Landesregierung heißt es auf Anfrage, die Zuständigkeit für die Tierheime liege bei den Gemeinden. Ruhnke sagt, sollte es keine Hilfen für Tierheime in der Corona-Krise geben, so würden schon bald viele Einrichtungen an die Belastungsgrenze kommen.

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