Stand: 06.09.2019 13:23 Uhr

Gorleben: Aus für Pilot-Konditionierungsanlage

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Die Pilot-Konditionierungsanlage im Atommüll-Zwischenlager Gorleben soll abgebaut werden. Das hat Umweltminister Olaf Lies (SPD) angekündigt.(Archivbild)

Die Pilot-Konditionierungsanlage im Atommüll-Zwischenlager in Gorleben (Landkreis Lüchow-Dannenberg) soll abgebaut werden. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat das Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Rande seines Besuchs am Freitag in Gorleben angekündigt. Unter anderem die Bürgerinitiative Umweltschutz hatte jahrelang für den Abbau gekämpft, weil sie befürchteten, dass die Konditionierungsanlage ein entscheidendes Kriterium bei der bundesweiten Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll werden könnte. Mit ihr sollte ursprünglich Atommüll umverpackt und zur Einlagerung vorbereitet werden.

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Gorleben: Aus für Endlagerpläne?

Hallo Niedersachsen -

Minister Lies hat das Ende der Pilotkonditionierungsanlage am Zwischenlager Gorleben verkündet. Nur mit dieser Anlage ist eine Endlagerung von Atommüll technisch möglich.

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Keine Genehmigung für Konditionierung

Das Land Niedersachsen hatte vor fast 20 Jahren eine Betriebsgenehmigung für die Pilot-Konditionierungsanlage erteilt. Damit wurden allerdings nur Reparatur- und Wartungsarbeiten an beschädigten Atommüllbehältern zugelassen. Die Genehmigung beinhaltete allerdings nicht die eigentlich vorgesehene Konditionierung, also das Vorbereiten abgebrannter Brennelemente aus Atomkraftwerken und radioaktiver Abfälle aus der Wiederaufarbeitung für die Zwischen- und Endlagerung.

Suche nach anderen möglichen Standorten

Gorleben war jahrzehntelang bundesweit die einzige Option zur dauerhaften Lagerung von hoch radioaktivem Atommüll. Erst in der Folge des 2011 beschlossenen Atom-Ausstiegs sollen auch andere mögliche Standorte in Deutschland geprüft werden. Aktuell lagern auf dem Gelände 113 Castor-Behälter mit hoch radioaktivem Atommüll.

Zentraler Baustein für die Atommüll-Endlagerung

Die Pilot-Konditionierungsanlage dient in erster Linie dazu, radioaktive Abfälle in einen chemisch stabilen, in Wasser nicht oder nur schwer löslichen Zustand zu überführen. Dieses Verfahren wird Konditionierung genannt. Anschließend wird der Atommüll entsprechend den Anforderungen von Transporten beziehungsweise der Endlagerung in Glas eingeschmolzen oder in Edelstahlbehältern verpackt. Die Anlage ist damit ein zentraler Baustein des Entsorgungsweges zur Endlagerung. Da eine solche Anlage in Gorleben existiert, fürchten Atomkraft-Gegner, dass aus dem Zwischenlager doch ein zentrales deutsches Atommüll-Endlager werden könnte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 06.09.2019 | 13:30 Uhr

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