Stand: 02.04.2019 12:48 Uhr

Elbvertiefung: Stade will den Stint schützen

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Der Landkreis Stade fordert den Hamburger Senat auf, Baggerarbeiten während der Laichsaison des Stintes vor der Insel Neßsand zu stoppen. (Themenbild)

Zuletzt blieben ihre Netze leer, die Elbfischer sorgen sich um die Zukunft des Stintes in der Elbe. Nun bekommen sie Unterstützung vom Kreistag in Stade. Am Montag stimmten die Lokalpolitiker einem Eilantrag der Linken-Fraktion mehrheitlich zu, im Zusammenhang mit Arbeiten an der Elbvertiefung Partei für die Belange der Elbfischer zu ergreifen. Die Stader Verwaltung forderte daraufhin den Hamburger Senat und die Bundesregierung auf, "im Sinne des Stint-Schutzes, die Baggerarbeiten in der Laich- und Aufwuchszeit vor dem Naturschutzgebiet Neßsand sofort zu stoppen", wie es in dem Eilantrag heißt. Neßsand ist eine etwa 900 Meter lange Binneninsel in der Unterelbe, auf der die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein aneinander grenzen.

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Die Linken-Fraktion begründete ihren Antrag unter anderem damit, dass die Elbfischerei ein wichtiger Bestandteil der lokalen Wirtschaft sei und der Stint als Nahrung für andere Tiere zum Erhalt der Kulturlandschaft beitrage. Für den drastischen Rückgang der Stintpopulation der vergangenen Jahre machen Fischer und Umweltschützer eine schlechte Wasserqualität verantwortlich. Schlickverklappung und Baggerarbeiten im Zuge der Elbvertiefung trübten das Wasser, so dass die Jungfische keine Nahrung fänden und verhungerten. Eine Reaktion aus Hamburg liegt dem NDR noch nicht vor.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | 02.04.2019 | 11:30 Uhr

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