Stand: 31.01.2018 16:39 Uhr

Wer war's? Keks-Diebstahl bleibt ungeklärt

Dieser Erpresser hatte viele Sympathien auf seiner Seite: Das Krümelmonster forderte Keksspenden an Kinder.

Ein goldener Keks aus Hannover wird in aller Welt bekannt - das ist genau fünf Jahre her. Am 21. Januar 2013 entdeckt man bei Bahlsen in Hannover, dass das Wahrzeichen weg ist. Ein goldener Leibniz-Butterkeks. Unbekannte haben ihn abmontiert und mitgenommen. Ein Erpresser meldet sich - und unterzeichnet seinen Brief mit "Krümelmonster". Als Beweis schickt er ein Foto mit: Eine Person im Krümelmonster-Kostüm beißt in den goldenen Keks.

"Echtes" Krümelmonster weist Vorwürfe zurück

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Chronologie: "Krümelmonsters" Keks-Klau

Im Januar 2013 wird dem Keks-Hersteller Bahlsen sein goldenes Wahrzeichen gestohlen. Das "Krümelmonster" meldet sich als Erpresser. Die Nachricht aus Hannover geht um die Welt. mehr

Wer steckte dahinter? Das wird man wohl nie erfahren. Im Mai 2013 gab die Staatsanwaltschaft auf und stellte das Verfahren ein. Das Krümelmonster kam davon - und das dürfte die meisten gefreut haben. Denn selten hat ein Straftäter wohl so viele Fans gehabt, und zwar in aller Welt. Sogar das "echte" Krümelmonster meldete sich zu Wort: "Me no steal the golden cookie. But me willing to help find real cookie thief!" ("Ich habe den goldenen Keks nicht gestohlen. Aber ich werde helfen, den wahren Keks-Dieb zu finden!") twitterte es über den Account der amerikanischen Sesamstraße.

Erpresser fordern Keks-Spenden

Das Landeskriminalamt sah sich genötigt, die Öffentlichkeit zu erinnern: Es handelt sich um eine Straftat. Doch die Forderungen der Erpresser machten die Diebe nur noch beliebter. Sie verlangten vom Kekshersteller, alle Stationen im Kinderkrankenhaus auf der Bult mit Leibniz-Keksen zu versorgen - "nicht die ohne Schokolade!" - und die von Bahlsen ausgesetzte Belohnung von 1.000 Euro an ein Tierheim zu spenden. Andernfalls werde der Keks "bei Oskar in der Tonne" landen.

Bahlsen lässt sich ausnahmsweise erpressen

Firmenchef Werner Michael Bahlsen lehnte zunächst ab: Man lasse sich nicht erpressen. Schließlich aber spendete er 52.000 Kekspackungen an 52 soziale Einrichtungen. Ein Zeichen dafür, wie gut die illegale Aktion ankam: Für sein Image erschien es dem Kekshersteller sinnvoller, auf die Forderungen des Erpressers zwar nicht vollständig einzugehen, ihm aber immerhin entgegenzukommen.

Auch die Rückgabe ist spektakulär

Die Keksdiebe achteten sorgfältig darauf, auch den Abschluss ihres Coups medienwirksam zu gestalten: Am 5. Februar 2013 tauchte das 100 Jahre alte Kunstwerk plötzlich wieder auf. Es baumelte am Hals des Niedersachsen-Rosses vor der Leibniz Universität Hannover, versehen mit einer goldenen Schleife.

Bahlsen-Keks kommt zur Kur

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 31.01.2018 | 15:00 Uhr

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