Stand: 24.09.2020 09:00 Uhr

Weil fordert mehr Abschüsse von Wölfen

Stephan Weil (SPD) blickt mit ernstem Gesicht nach links. © picture alliance Foto: Sven Simon
Nach Ansicht von Ministerpräsident Weil müssen auffällige Wölfe schneller entnommen werden. (Archivbild)

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, mehr Wölfe abzuschießen, um die Nutztiere besser vor Rissen zu schützen. "Wölfe, die auf Pferde und Rinder gehen, verhalten sich nicht artgerecht", sagte Weil der "Bild". Die neue Wolfsverordnung müsse den Weg für ein energischeres Vorgehen frei machen. "Wenn es nach Umweltminister Olaf Lies und mir ginge, hätten wir schon viel mehr Abschüsse."

VIDEO: Neue Bürgerinitiative: In Sorge vor Wölfen (2 Min)

Weil: "Wolf ist kein Kuscheltier"

Die zunehmende Verbreitung von Wölfen verschärft auch in Niedersachsen den Konflikt zwischen den Naturschützern und Nutztierhaltern. Man dürfe das Verhalten mancher Wölfe nicht verharmlosen, betonte Weil. "So mancher Städter spricht über den Wolf wie von einem Kuscheltier. Die Realität sieht anders aus."

Jagd auf Rodewalder Rüde geht weiter

Vor einem Monat war der sogenannte Rodewalder Rüde erneut zum Abschuss freigegeben worden. Entgegen einer günstigen Prognose habe es weitere Risse im Heidekreis und Landkreis Nienburg gegeben, hieß es in der Begründung des Umweltministeriums. Eine Ende März ausgelaufene Genehmigung hatte nicht zum Abschuss des Wolfes geführt. "Wenn zumutbarer Herdenschutz von Wölfen überwunden wird, muss rechtzeitig reagiert werden - im Interesse einer artgerechten Weidetierhaltung, aber auch, um die Akzeptanz für Wölfe bei uns zu erhalten", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD).

Landvolk fordert Begrenzung auf 300 Wölfe

Das Landvolk in Niedersachsen hat sich unterdessen für eine maximale Zahl von 300 Wölfen in Niedersachsen ausgesprochen. Der jährliche Zuwachs, der darüber hinausgehe, müsse konsequent erlegt werden, sagte Landvolk-Vizepräsident Jörn Ehlers. Die von Umweltminister Lies vorgeschlagene Obergrenze von 500 Tieren gehe weit über das erträgliche Maß hinaus, so Ehlers. „Eine Regulierung erst ab einem Bestand von 500 Wölfen ist für unsere Weidetierhalter eine Zumutung.“ Derzeit leben in Niedersachsen 35 Wolfsrudel in freier Wildbahn. Die genaue Zahl der Tiere ist nicht bekannt.

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Eine Aufnahme aus dem April diesen Jahres zeigt einen im Mai eingeschläferten Wolfsrüden über einen Acker laufen. © Fotos: privat

Jagd auf Rodewalder Wolf erneut erfolglos

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.09.2020 | 10:00 Uhr

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