Stand: 09.03.2020 07:33 Uhr

Wahl in Hameln-Pyrmont: Stichwahl entscheidet

Eine Foto-Collage zeigt Torsten Schulte und Dirk Adomat im Porträt. © BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Kreisverband Hameln-Pyrmont/SPD
In die Stichwahl gehen laut vorläufigem Ergebnis Dirk Adomat (SPD, rechts) und Torsten Schulte (Grüne).

Die Menschen im Landkreis Hameln-Pyrmont haben am Sonntag ihre Stimmen für einen neuen Landrat abgegeben. Doch einen Sieger gibt es nach dem vorläufigen Ergebnis nicht. Weil keiner der vier Kandidaten mehr als die absolute Mehrheit der Stimmen holte, wird es voraussichtlich in zwei Wochen, am 22. März, eine Stichwahl geben. Mit dabei sind der SPD-Kandidat Dirk Adomat sowie Torsten Schulte (Grüne): Adomat, der laut Wahlkampf-Slogan "Landrat für alle" sein will, kam laut vorläufigem Ergebnis auf rund 34 Prozent. Grünen-Kandidat Schulte, der bereits 2013 als Landratskandidat angetreten war, erreichte rund 32 Prozent der Stimmen.

Wahlbeteiligung bei 40 Prozent

Vorbei ist die Wahl für die beiden anderen Kandidaten: Stefan Wittkop (CDU) kam mit 24,9 Prozent auf den dritten Platz, gefolgt von Christopher Emden (AfD) mit knapp 9 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 40,5 Prozent. Rund 120.000 Menschen waren zur Wahl aufgerufen. Die Wahl war nötig geworden, weil Vorgänger Tjark Bartels (SPD) im vergangenen Herbst wegen einer Burn-out-Erkrankung aus dem Amt ausgeschieden war.

VIDEO: Hameln-Pyrmont: Stichwahl entscheidet über Landrat (3 Min)

Vorsichtsmaßnahmen wegen Corona

Wegen des Coronavirus wurden in den Wahllokalen besondere Vorsichtsmaßnahmen ergriffen. Um ausreichend Abstand zwischen Wählern und Wahlhelfern zu gewährleisten, sollten vor den Wahlhelfern zwei Tischreihen aufgebaut, wie eine Sprecherin des Landkreises mitteilte. Empfohlen wurde auch, zur Wahl den eigenen Kugelschreiber mitzubringen.

Nach Lügde: Landrat Bartels gibt Amt auf

Der bisherige Landrat Tjark Bartels (SPD) war im Oktober wegen Dienstunfähigkeit in den Ruhestand versetzt worden. Kurz zuvor hatte er seinen Rücktritt aufgrund einer Burn-out-Erkrankung angekündigt. Der Landrat hatte im Zusammenhang mit dem massenhaften Kindesmissbrauch in Lügde nahe Bad Pyrmont viel Kritik einstecken müssen. Mehrfach räumte Bartels Fehler seiner Behörde ein. Die Reaktionen vor allem im Internet dürften einen großen Anteil an seinem Rückzug gehabt haben: Als er diesen ankündigte, kritisierte Bartels den Umgangston in sozialen Medien. Politiker seien Beschimpfungen, auch in übler Form, gewohnt. "Auch ich habe das jahrelang ausgehalten. Im Fall Lügde war meine Grenze deutlich überschritten", erklärte Bartels. Er war von Oktober 2013 bis 2019 Landrat von Hameln-Pyrmont.

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Hallo Niedersachsen | 08.03.2020 | 19:30 Uhr

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