Eine junge Frau trägt einen Laptop und Bücher © Colourbox Foto: Syda Productions

Uni-Bibliothek als Lernort - trotz des Lockdowns?

Stand: 05.01.2021 12:17 Uhr

Darf eine Uni-Bibliothek im Corona-Lockdown von Studierenden als Lernort genutzt werden? In Hannover ist darüber eine Diskussion entbrannt.

Seit Montag ist die Technische Informationsbibliothek (TIB) der Universität in Hannover wieder offen. Die Studierenden können nicht nur Bücher ausleihen, sie dürfen auch in den Lernräumen sitzen. Bei vielen Beschäftigten der Bibliothek sorgt das für Unmut. Sie können nicht verstehen, warum in Pandemie-Zeiten so viele junge Leute zusammenkommen dürfen und fordern, dass die Lernräume für die Studierenden geschlossen werden. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen. Volker Lange, Personalratsvorsitzender der Bibliothek, verweist auf mehrere Beschwerden. Demnach würden Studierende in Gruppen zusammensitzen und Abstände würden nicht eingehalten.

Personalrat: Bücher ausleihen und zu Hause lernen

Lange kann nicht verstehen, warum in der TIB überhaupt gelernt werden darf. Er betont, dass es in diesen Zeiten vertretbar sei, dass die Studierenden Bücher ausleihen - aber dann alleine zu Hause lernen. So handhabt es zum Beispiel auch die Universität in Göttingen. Die Hochschule Hannover hat ihre Bibliotheken kürzlich sogar ganz geschlossen.

TIB-Zugang bald nur noch für Prüflinge

Sören Auer, Direktor der Bibliothek, weist die Vorwürfe zurück. Es dürften statt 1.000 aktuell nur knapp 400 Studierende ins Haus, sagte er dem NDR. Auer will allerdings nachjustieren: Bald sollen nur noch die Prüflinge in die TIB dürfen. Zusätzlich will er die Kontrollen erhöhen und notfalls Platzverweise aussprechen. Bei Personalrat Lange überwiegt insbesondere bei der Freigabe nur für Prüflinge Skepsis. Die dann nötigen Kontrollen seien sehr aufwendig, so Lange.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.01.2021 | 15:00 Uhr

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