Stand: 01.04.2020 11:04 Uhr

Taxi-Unternehmen ächzen unter Corona-Krise

Mehrere Taxen stehen in einer Reihe, Taxi Schild im Fokus. © NDR Foto: Julius Matuschik
Taxi-Unternehmen in Niedersachsen haben wegen der Corona-Krise kaum noch Kundschaft.

Taxi-Unternehmen in Niedersachsen leiden unter den Einschränkungen durch die Corona-Krise. Fahrten für Messebesucher, Reisende am Bahnhof, Geschäftsleute oder Touristen - all das fällt weg in diesen Tagen. Die Unternehmen beklagen Umsatzeinbußen von bis zu 95 Prozent. Viele Mitarbeiter wurden bereits in Kurzarbeit geschickt.

Göttingen: Patientenfahrten als einziger Halt

Für die Göttinger Funk Taxi Zentrale seien Patientenfahrten derzeit der einzige Halt, sagte der zweite Vorsitzende, Mahmoud Shahbandeh. Von den acht Taxen des Unternehmens seien nur noch drei auf der Straße. Zwar habe das Unternehmen bislang nur in einem Fall Kurzarbeit angemeldet. Aber auch nur deshalb, weil jeder Mitarbeiter seine Urlaubstage nehme.

VIDEO: Anträge auf Kurzarbeit kaum zu bewältigen (4 Min)

Hannover: "Schutz für Fahrer ist schwierig"

Bei Arnemann-Taxi in Hannover ist der Umsatz nach Angaben von Geschäftsführer Haike Arnemann um etwa 60 Prozent eingebrochen. "Es wird von Tag zu Tag schlimmer. Ich überlege mir, bald kein Taxi mehr rauszuschicken", sagte Arnemann. Von seinen 16 Taxen seien nur noch vier bis fünf unterwegs. Er kümmere sich derzeit um Anträge und Unterstützung der Landesregierung, damit er in zwei bis drei Monaten keine Insolvenz anmelden müsse. Die Homepage, über die die Anträge eingereicht werden müssten, finde er "zum Verzweifeln", weil sie ständig überlastet sei. Arnemann weist auch darauf hin, dass es für Taxifahrer schwierig sei, sich vor einer Infektion zu schützen. Trennwände im Fahrzeug bedeuteten Extrakosten. Masken und Desinfektionsmittel seien praktisch nicht zu bekommen.

Wolfsburg: Umsatzeinbußen bis zu 95 Prozent

Umsatzeinbußen bis zu 95 Prozent beklagt Christian Bosse, Geschäftsführer des Taxiunternehmens Bosse in Wolfsburg. Er habe zwei Taxen und sei derzeit vor allem mit Papierkram, Telefonaten mit dem Finanzamt und seinem Steuerberater beschäftigt. Auch Anträge auszufüllen und einzureichen gehöre dazu. Die Chancen, dass die Anträge bei den zuständigen Stellen ankommen, stünden schlecht. Das System sei überlastet, so Bosse. "Es ist ganz viel Arbeit, für die man nicht bezahlt wird." Vier Mitarbeiter sind bereits zu Hause.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 01.04.2020 | 09:30 Uhr

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