Stand: 26.06.2020 19:58 Uhr

Pferde gerissen: DNA von Rodewalder Wolfsrudel

Ein Wolf auf einer Wiese. © NDR
Die DNA-Spuren von einem Pferde-Riss führen zum Rodewalder Wolfsrudel.

Zwei im Landkreis Nienburg getötete Pferde sind offenbar von Tieren aus dem Rodewalder Wolfsrudel gerissen worden. Wie ein Sprecher des Umweltministeriums am Freitag mitteilte, sind Speichelspuren von jeweils mindestens zwei Tieren des Rudels bei DNA-Analysen nachgewiesen worden.

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Leitwolf gibt Technik offenbar weiter

Einzelne Tiere konnten nicht nachgewiesen werden. Ob also der über Monate gejagte Rodewalder Rüde GW717 an dem Riss beteiligt war, ist unklar. Der Leitwolf war monatelang zum Abschuss freigegeben, weil er Schutzzäune überwunden und auch Rinder gerissen hatte. Das Tier wurde aber offenbar nie erlegt. Was lange befürchtet worden war, sei nun wohl eingetreten: "Der Rodewalder Rüde hat sein problematisches Jagdverhalten nicht eingestellt, sondern übt offenkundig seine Techniken zur Tötung großer Huftiere mit seinen Nachkommen weiter ein", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Er übte gleichzeitig Kritik an Tierschützern, die den Abschuss des Wolfes behindert hätten.

Drittes Pferd schwer verletzt

Außer den zwei getöteten Pferden war ein weiteres Tier bei der Attacke schwer verletzt worden. Ob das Pferd den Angriff überlebt, ist noch unklar. Nach dem Riss hatten Pferdehalter von einer neuen Eskalationsstufe gesprochen, weil zum ersten Mal auch Großpferde betroffen waren.

Wolfsverordnung soll im September erlassen werden

Ab September soll es mit der niedersächsischen Wolfsverordnung einfacher werden, zur Prävention von Rissen Wölfe zu töten. Tierschützer fordern eine bessere Förderung für Schutzzäune. Nach Schätzungen der Landesjägerschaft leben in Niedersachsen in 25 Rudeln mehr als 350 Wölfe.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.06.2020 | 20:00 Uhr

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