Stand: 27.09.2019 19:07 Uhr  - Hallo Niedersachsen

OB-Kandidat Scholz: Ex-Vorstand von VW

Jahrelang für VW Nutzfahrzeuge im Vorstand: Nun will Eckhard Scholz für die CDU ins Rathaus einziehen.

Eckhard Scholz will einen "echten Neustart" in Hannovers Rathaus, eine bürgernahe Verwaltung und mehr Sicherheit auf den Straßen: Mit dieser Agenda geht der 55-Jährige in den Wahlkampf und will für die CDU als Bürgermeister einiges umkrempeln in der Landeshauptstadt. Am 27. Oktober haben die Bürgerinnen und Bürger die Wahl, wer künftig die Geschicke in der Verwaltung leiten wird und Stefan Schostok (SPD) beerbt. Für Scholz, lange Zeit Vorstand von VW Nutzfahrzeuge, ist klar: "Es kann so mit der Stadtpolitik nicht weitergehen". Das sagte Scholz bei seiner Vorstellung.

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Scholz ein "echtes Schwergewicht"

Scholz ist kein Mitglied der CDU, er fühle sich aber politisch dem sehr nahe, sagte er. Die Christdemokraten halten den Ex-Manager und fünffachen Familien- und vierfachen Großvater für ein "echtes Schwergewicht". Er gilt als führungsstark und sympathisch. Er führte ein großes Unternehmen und habe sich dabei höchsten Respekt erworben, sagte Maximilian Oppelt, Stadtverbands-Vorsitzender der CDU Hannover. Hannovers SPD-Chef Alptekin Kirci hatte über die Kandidatenkür gespottet, jetzt müsse sogar ein Braunschweiger für die CDU in Hannover einspringen. In Hannover engagiert sich Scholz seit langer Zeit bei den Lindener Narren und beim Schützenfest.

Wohnraum verdichten, Kinderbetreuung verbessern

Wie auch bei seinem Konkurrenten Marc Hansmann (SPD) geht es Scholz um die Schaffung von Wohnraum. Er plädiert für ein intelligentes Verdichten des Wohnraums, um in bestehenden Vierteln schnell zusätzliche Wohnungen zu schaffen. Auch die Kinderbetreuung müsse verbessert werden. Im Wahlkampf setzt der studierte Maschinenbauer zudem auf digitale Verwaltung, klimaschonende Mobilität, auf mehr Sicherheit in den Stadtteilen und im Alter, auf Familie und Kultur. Der einstige Automanager nannte explizit den Ausbau des Fahrradnetzes als ein vorrangiges Ziel. Einer autofreien Innenstadt wie Grünen-Kandidat Belit Onay steht Scholz eher skeptisch gegenüber.

"Reden wir mal von Monokultur"

Mit Blick auf die Rathausaffäre sagte Scholz: "Die Hannoveraner sind das alles ziemlich leid." Die Menschen würden wieder stolz auf ihre Stadt sein wollen. Von einer verfilzten Struktur, wie viele Menschen den Betrieb, Beförderungen und illegale Vergabe von Zulagen nennen, will Scholz indes nicht sprechen: "Filz ist nicht der richtige Begriff, reden wir mal von Monokultur." Scholz' Rolle als Quereinsteiger sei in der aktuellen stadtpolitischen Situation ein Vorteil: "Er gehört nicht zum System und hat so eine hohe Glaubwürdigkeit", sagte CDU-Landeschef Bernd Althusmann.

Kandidat mit fast 30-jähriger VW-Karriere

Der 55-jährige Scholz war von 1991 bis 2018 bei Volkswagen und hatte verschiedene Leitungsfunktionen in der Technischen Entwicklung inne. 2012 wechselte er zur Marke VW Nutzfahrzeuge. Im Sommer vergangenen Jahres verließ er das Unternehmen - "auf eigenen Wunsch", wie VW damals mitteilte.

CDU setzt erneut auf unabhängigen Kandidaten

Wie auch bei der Ob-Wahl vor sechs Jahren setzen die Christdemokraten erneut auf einen Kandidaten, der in der Lokalpolitik bisher nicht in Erscheinung getreten ist. Schon 2013 hatte die CDU mit dem hannoverschen Rechtsanwalt Matthias Waldraff einen externen Kandidaten aufgestellt. Waldraff unterlag in einer Stichwahl dem damals amtierenden Schostok, der für Stephan Weil (SPD) nachrückte, der in die Landespolitik gewechselt war.

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Hallo Niedersachsen | 27.10.2019 | 19:30 Uhr

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