Stand: 25.09.2018 18:44 Uhr

Niedersachsen will Abschuss von Wölfen erleichtern

Die niedersächsische Landesregierung will den Umgang mit problematischen Wölfen verschärfen. Wie die Staatskanzlei mitteilte, hat das Kabinett am Dienstag beschlossen, eine entsprechende Initiative in den Bundesrat einzubringen. Dies soll voraussichtlich bei der nächsten Sitzung am 19. Oktober erfolgen. Ziel des Vorstoßes sei es, der zu erwartenden Entwicklung der Wolfspopulation mit konsequentem staatlichem Handeln begegnen zu können, heißt es.

Lies gegen bedingungslosen Schutz

"Die Rückkehr des Wolfes stellt vor allem die Menschen auf dem Lande vor neue Herausforderungen. Deshalb ist die Akzeptanz gerade dort der Schlüssel für den erfolgreichen Artenschutz eines großen Beutegreifers wie dem Wolf", sagte Umweltminister Olaf Lies (SPD). Ein bedingungsloser Schutz auch problematischer Wölfe würde jedoch in eine Sackgasse führen. "Wir brauchen daher in allen Bundesländern ein abgestimmtes Vorgehen und Rechtssicherheit. Dafür wollen wir im Bundesrat werben", so Lies.

Geringere Schwelle für Entnahme

Die niedersächsische Bundesratsinitiative sieht unter anderem vor, Belastungen für betroffene Nutztierhalter abzumildern und Schäden so gut wie möglich auszugleichen. Ein Mittel, um die Belange der Tierhalter zu schützen, sei ausdrücklich auch die Entnahme problematischer Tiere. Die Palette der erforderlichen Ausnahmetatbestände soll hierzu erweitert werden. So soll statt eines "erheblichen Schadens" bereits ein "ernster Schaden" als Ausnahmevoraussetzung ausreichen. Unter einem "erheblichen" ist laut Umweltministerium ein für den Betrieb wirtschaftlich existenzbedrohender Schaden zu verstehen, unter einem "ernsten" ein ernst zu nehmender Schaden. Welcher in einem Betrieb jeweils vorliegt, sei eine Einzelfallentscheidung - in jedem Fall solle aber die Hürde nach unten verlegt werden, sagte eine Sprecherin. Außerdem fordert die Landesregierung ein nationales Konzept zum Umgang mit den Wölfen. Unter anderem soll der Erhaltungszustand des Wolfes künftig jährlich und nicht mehr nur alle sechs Jahre überprüft und berichtet werden.

CDU für Aufnahme des Wolfes ins Jagdrecht

Die CDU-Fraktion begrüßte in einer Pressemitteilung den "Paradigmenwechsel" des Umweltministers. "Das energische Insistieren der CDU in den vergangenen Monaten zeigt Wirkung", sagte Fraktionschef Dirk Toepffer. "Die Bürger in den betroffenen Gebieten verlangen zu Recht, dass der Schutz ihrer Kinder und auch ihrer Nutztiere höchste Priorität hat. Der Abschuss des Wolfes ist dort, wo keine anderen Abwehrmaßnahmen zielführend sind, die einzig richtige Antwort auf die zunehmende Bedrohung." Sobald der Fortbestand nicht mehr länger gefährdet sei, gehöre der Wolf wie jedes andere Wildtier auch ins Jagdrecht aufgenommen. Von daher werde die Union bei den Parteikollegen in den anderen Bundesländern dafür werben, der niedersächsischen Initiative zuzustimmen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 25.09.2018 | 17:00 Uhr

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