Bunte Kondome liegen auf einer von unten beleuchteten Glascheibe. © Fotolia Foto: rcfotostock

Sarstedt: Kondomhersteller CPR wegen Sanktionen insolvent

Stand: 26.04.2022 11:28 Uhr

Die Wirtschaftssanktionen gegen Russland wegen des Angriffskrieges auf die Ukraine trifft auch Europas größten Kondomhersteller CPR. Das Unternehmen aus Sarstedt im Landkreis Hildesheim ist insolvent.

Der Kondomexport nach Russland machte bisher rund ein Viertel des Umsatzes des Familienunternehmens aus, sagt Insolvenzverwalterin Karina Schwarz. Die russischen Importeure wollten die Lieferungen zwar zahlen - allerdings nur in Rubel. Die Bank würde das Geld auch annehmen, dürfe es aufgrund der Sanktionen aber nicht in Euro auszahlen, erklärt Schwarz. Das Unternehmen aus Sarstedt sei somit zahlungsunfähig.

Einigung mit Gläubigern in erstem Insolvenzverfahren

Betroffen seien rund 100 Mitarbeiter in Sarstedt und Erfurt in Thüringen. Außerdem ist das Unternehmen weltweit an anderen Unternehmen aus der Branche beteiligt. Es ist nicht die erste Insolvenz - bereits 2019/20 gab es ein Verfahren, bei dem man sich mit den Gläubigern jedoch einigen konnte. Die Insolvenzverwalterin will sich jetzt erst einmal einen Überblick verschaffen.

CPR produziert nach eigenen Angaben 210 Millionen Kondome jährlich.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.04.2022 | 12:00 Uhr

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