Hannover: Ursache für Großbrand in Bus-Depot weiter unklar

Stand: 07.06.2021 20:44 Uhr

Zwei Tage nach dem Brand in einem Bus-Depot der Verkehrsbetriebe Üstra in Hannover ist die Ursache weiter unklar. Die Ermittlungen laufen noch, so die Polizei am Montag.

Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, konnten die Experten den Brandort im Stadtteil Mittelfeld bisher nicht betreten. Das Gebäude könnte einsturzgefährdet sein - die Statik müsse zunächst überprüft werden. Wann die Brandexperten ihre Untersuchungen aufnehmen können, war am Montagnachmittag unklar. In dem Depot im Stadtteil Mittelfeld waren am Sonnabend neun Busse, darunter fünf neue Elektro-, zwei Hybrid und je ein Diesel- und Reisebus, durch die Flammen zerstört worden. Ein Sprecher der Verkehrsbetriebe Üstra geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Die verbliebenen zehn Elektrobusse sollen vorläufig nicht mehr eingesetzt werden, hieß es vonseiten der Üstra.

Rückschlag für Elektrobus-Projekt

Ein Sprecher der Üstra bezeichnete den Brand als "Rückschlag" für das Elektrobus-Projekt des Unternehmens. Bis 2023 will die Üstra ihre Innenstadt-Flotte komplett auf Elektrobusse umstellen. "Ob wir den Zeitrahmen hinbekommen, darf bezweifelt werden", so der Sprecher. Einen Einfluss auf die aktuellen Fahrpläne habe der Verlust der Fahrzeuge hingegen nicht. Dieser werde mit Ersatzbussen kompensiert werden können.

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Großfeuer, aus der Luft aufgenommen.
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Großbrand in Elektrobushalle der Üstra in Hannover

200 Feuerwehrleute bekämpfen die Flammen. Acht Fahrzeuge sind komplett ausgebrannt, darunter fünf neue Elektrobusse. 1 Min

Üstra-Beschäftigte bringen Busse in Sicherheit

Das Feuer war in einer Halle ausgebrochen, in der mehr als zwei Dutzend Fahrzeuge in sogenannten Straßen geparkt waren. Brandschutzwände zwischen diesen Straßen hätten ein Übergreifen der Flammen auf benachbarte Bereiche verhindert. Zudem seien Busfahrerinnen und Busfahrer in das Depot geeilt und hätten die übrigen 25 bis 30 Busse in Sicherheit gebracht.

Platzregen hilft bei Löscharbeiten

Die Löscharbeiten der Elektrofahrzeuge stellten die Rettungskräfte vor eine große Herausforderung, wie die Feuerwehr mitteilte. Von den Batterien der Busse gehe eine hohe Wärmestrahlung aus, sagte Feuerwehrsprecher Hartmut Meyer. Für die Rettungskräfte sei es daher schwierig gewesen, nah an den Brandort zu kommen. Die einsturzgefährdete Halle stellte ein zusätzliches Risiko für die Einsatzkräfte dar. Geholfen habe ein heftiger Platzregen. "Das war für die Löscharbeiten hervorragend", so Meyer. Spezialisten nahmen Luftproben, stellten allerdings keine erhöhte Schadstoffkonzentration fest. Ein Labor prüft zudem, inwieweit der Ruß, der in der Umgebung niedergegangen ist, mit Schadstoffen belastet ist. Von dem Verzehr von mit Ruß verunreinigtem Obst und Gemüse rät die Feuerwehr ab.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 07.06.2021 | 15:00 Uhr

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