GEW lehnt Impf-Armbänder an Hannovers Hochschulen ab
Die Leibniz Universität und die Hochschule Hannover verteilen Armbänder an Studierende und Mitarbeitende. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft hat sich gegen diese Impf-Armbänder ausgesprochen.
"Eine öffentlich sichtbare Kenntlichmachung geimpfter Personen lehnen wir ab. Der Schutz dieser sensiblen Informationen muss elementar sein. Impf-Bändchen sind der falsche Weg", sagte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth am Mittwoch in Hannover. Zugleich forderte die Gewerkschaft kostenlose Corona-Tests für alle Studierenden. Leibniz-Uni und Hochschule wollen mit den Armbändern im Rahmen der Corona-Maßnahmen Einlasskontrollen erleichtern.
GEW kritisiert auch Verschlechterung der Studi-Finanzen
Pooths Stellvertreterin Sabine Kiel sagte: "Ein Eintrittsgeld darf es an den Hochschulen nicht geben." Umfragen der GEW zufolge habe sich die finanzielle Lage vieler Studierender seit Beginn der Pandemie ohnehin weiter verschlechtert. Viele Nebenjobs, etwa in der Gastronomie, seien weggefallen. Zudem trügen die letzten Erhöhungen der BAföG-Sätze den steigenden Lebenshaltungskosten zu wenig Rechnung.
Hochschule: Kontrollzeiten um 75 Prozent gesenkt
Die Bänder zeigen den Impf- und Genesenen-Status an. An der Hochschule hätten die Kontrollzeiten dadurch um etwa 75 Prozent gesenkt werden können, sagte der Dekan der Fakultät Maschinenbau und Bioverfahrenstechnik, Wolfgang Strache. Seit dem Semesterstart vor zwei Wochen geben zwei Fakultäten der Hochschule Hannover die Armbänder aus. Die Studierenden würden das Angebot gut annehmen. Das Tragen der Bänder sei freiwillig, hieß es.
Leibniz-Uni: 50.000 Bändchen für 15.000 Euro
Auch die Leibniz Universität Hannover hatte zum Semesterstart am Montag mit der Ausgabe der Bänder begonnen. "Wir wollen ja eben nicht, dass die Studierenden in langen Kontrollschlangen stehen und dann nur noch zehn Minuten Vorlesung haben", sagte der Präsident der Leibniz Universität Hannover, Volker Epping. Laut Uni sind 50.000 Bändchen für 15.000 Euro bestellt worden. Die Bändchen ähneln Festivalbändern und sind aus recyceltem Kunststoff.