Stand: 14.06.2019 15:15 Uhr

GEO600 gewährt Einblicke in Schwarze Löcher

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In verschiedenen Vorträgen erfahren die Besucher des GEO600 Wissenswertes zum Thema Gravitationswellen. (Archivbild)

Eintauchen in die Theorie der Schwarzen Löcher: Das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik lädt am Sonntag zu einem Tag der offenen Tür beim deutsch-britischen Gravitationswellen-Detektor GEO600 ein. Auf dem Gelände in Ruthe bei Sarstedt informieren Wissenschaftler zwischen 11 und 15 Uhr über aktuelle Entwicklungen in der Gravitationswellen-Astronomie und die Beiträge von GEO600 für die internationale Forschung. Außerdem gibt es Führungen und Kurzvorträge. Aufgrund gesetzlicher Bestimmungen darf der Laserschutzbereich im Zentralgebäude allerdings erst ab 16 Jahren betreten werden darf.

Ein neues Zeitalter der Astronomie

Mit der ersten direkten Messung von Gravitationswellen ist nach Angaben der Veranstalter im September 2015 eine neue Tür zur unsichtbaren, dunklen Seite des Universums aufgestoßen worden. Seitdem wurden Gravitationswellensignale von neun weiteren verschmelzenden Schwarzen Löchern und einem Neutronensternpaar beobachtet. In diesem Jahr kommen fast wöchentlich weitere Signalkandidaten dazu - die Rede ist gar von einem neuen Zeitalter der Astronomie.

Nobelpreis als bisheriger Höhepunkt

Die GEO-Kollaboration, ein Team von Forschenden der Max-Planck-Gesellschaft, der Leibniz Universität und aus Großbritannien betreibt seit Mitte der 1990er-Jahre den Gravitationswellen-Detektor GEO600. Viele Schlüsseltechnologien zum Aufspüren von Gravitationswellen wurden hier entwickelt und erprobt. Diese sind zum Beispiel von entscheidender Bedeutung für die Empfindlichkeit des Virgo-Gravitationswellen-Detektors in Italien und der LIGO-Detektoren in den USA. Letztere erbrachten 2015 den ersten direkten Nachweis von Gravitationswellen, der 2017 sogar mit dem Nobelpreis für Physik ausgezeichnet wurde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional | 14.06.2019 | 17:00 Uhr