Über dem Gelände der Deutschen Messe AG in Laatzen ist das Logo der Hannover Messe zu sehen. © Deutsche Messe AG

Deutsche Messe AG: Einigung über Sparkurs rückt näher

Stand: 23.11.2020 11:21 Uhr

In den Streit um den Sparkurs bei der Deutschen Messe AG kommt Bewegung. Die IG Metall und der Betriebsrat haben dem Vorstand einen Einigungsvorschlag unterbreitet.

Wie die Gewerkschaft am Montag mitteilte, ist die Arbeitnehmerseite bereit, die Sparbemühungen zu unterstützen. Der Kompromiss sieht unter anderem eine Ausweitung der Kurzarbeit bis ins Jahr 2021 bei gestrichener Aufstockung des Kurzarbeitergeldes sowie den Verzicht auf übertarifliche Leistungen vor. Außerdem wird ein sozialverträglicher Abbau von bis zu 150 Jobs etwa über Altersteilzeit und ein Freiwilligen-Programm angeboten. Diese Maßnahmen seien geeignet, um bis zu 60 Millionen Euro einzusparen. "Die Belegschaft steht klar hinter ihrer Messe und ihrer Stadt und ist daher selbstverständlich bereit, diesen Beitrag zu leisten", sagte der Betriebsratsvorsitzende Karsten Scheibe.

IG Metall fordert Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen

Gleichzeitig müsse das Unternehmen allerdings die Insolvenzdrohung vom Tisch nehmen, forderten IG Metall und Betriebsrat. Weitere Bedingungen seien ein Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für die verbliebenen Beschäftigten der Messe und ein Eigenbetrag des Vorstands. So müssten zum Beispiel bestimmte Pensionszusagen der Deutschen Messe AG für Führungskräfte deutlich reduziert werden.

Hilbers will Personal ausgliedern lassen

Reinhold Hilbers (CDU) spricht auf einer Pressekonferenz.
Laut Finanzminister Hilbers müssen bei der Deutschen Messe AG Personalkosten reduziert werden. (Archivbild)

Niedersachsens Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) hat unterdessen eine Senkung der Personalkosten gefordert. "Wir werden zu sozial verträglichen Anpassungen im Personalkörper kommen müssen", sagte Hilbers der "Neuen Osnabrücker Zeitung". So könnten einige Bereiche an Dienstleister wie Gärtner oder auch die Gastronomie ausgelagert werden.

Bürgschaft statt Kapitalerhöhung

Im Gegenzug stellte der Minister eine Bürgschaft des Landes in Aussicht, mit der die Messe leichter an neue Kredite kommen könnte. Das sei ein besserer Weg als eine Kapitalerhöhung, wie sie die Arbeitnehmerseite fordert, betonte Hilbers. "Was mit mir nicht zu machen ist, ist einfach Geld hineinzuschießen und so zu tun, als sei nichts passiert." Das Land hält rund die Hälfte der Anteile an der Messe AG. Das Unternehmen hat in der Corona-Krise mit gravierenden Einnahmeverlusten zu kämpfen. Medienberichten zufolge droht im laufenden Jahr ein Minus von bis zu 100 Millionen Euro.

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Blick auf das Convention Center der Deutschen Messe AG in Hannover. © picture alliance/dpa Foto: Julian Stratenschulte

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 23.11.2020 | 12:00 Uhr

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