Stand: 26.11.2019 08:21 Uhr

Datenleck in Praxis: 30.000 Patienten betroffen

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Wegen einer Sicherheitslücke in einem Telekom-Router waren Tausende Daten von Patienten über einen längern Zeitraum frei im Internet verfügbar (Symbolfoto).

Die Daten von rund 30.000 Patienten einer Arztpraxis in Celle waren offenbar über einen längeren Zeitraum frei im Internet verfügbar. Die Deutsche Telekom hat das Datenleck NDR 1 Niedersachsen bestätigt. Zunächst hatte die Computerzeitschrift "c’t" berichtet. Durch eine Schwachstelle eines Routers der Telekom war der Server der Arztpraxis demnach wahrscheinlich monatelang, vielleicht sogar über Jahre frei zugänglich. Arztbriefe, Befunde, Röntgenbilder und Krankengeschichten der Gemeinschaftspraxis mit mehreren Orthopäden waren in der Folge ungeschützt im Netz zu lesen.

Bunte Netzwerkkabel hängen an einem Server.

Celle: Patienten-Daten ins Internet gelangt

Hallo Niedersachsen -

30.000 Patienten-Daten einer Celler Arztpraxis waren offenbar über einen längeren Zeitraum frei im Internet verfügbar. Grund war eine Schwachstelle eines Telekom-Routers.

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Telekom wusste seit Mai von Schwachstelle

Womöglich zieht der Fall in Celle noch Kreise - weil das Ausmaß des Datenlecks vielleicht noch viel größer ist: Ursache war nämlich ein spezieller Router, den die Telekom häufig an Geschäftskunden abgibt. Wie viele andere Unternehmen durch die Sicherheitslücke des Geräts ihre Daten unfreiwillig zugänglich gemacht haben könnten, ist unklar. Die Telekom wollte nicht sagen, wie oft der betroffene Router ausgegeben wurde. Das Unternehmen teilte dem NDR mit, seit Mai 2019 von der Schwachstelle zu wissen. Seit vergangenem Freitag gebe es ein entsprechendes Update. Am Montag seien die Geschäftskunden informiert worden, sagte ein Telekom-Sprecher NDR 1 Niedersachsen.

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Patienten können Anzeige erstatten

Klar ist: Das Datenleck ist nach Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein meldepflichtiger Vorgang. Die betroffene Praxis muss ihre Patienten und die Datenschutzbeauftragte des Landes umgehend informieren, dass persönliche Daten möglicherweise irrtümlich weitergeben worden sind. Die Patienten können dann entscheiden, ob sie Anzeige erstatten, damit geklärt wird, wer für das Datendesaster in Celle verantwortlich ist - die Praxis oder die Deutsche Telekom.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.11.2019 | 08:00 Uhr

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