Stand: 28.11.2019 20:15 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

ASB-Prozess: Haftstrafen für beide Angeklagte

Im Prozess um den Millionenbetrug beim Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) in Hannover sind die beiden Angeklagten vom Landgericht Hildesheim zu Haftstrafen verurteilt worden. Der ehemalige Geschäftsführer muss wegen besonders schwerer Untreue für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis, sein Komplize für dreieinhalb Jahre. Die beiden Männer sollen über Jahre hinweg fast sieben Millionen Euro auf private Konten umgeleitet haben. Das Geld sei eigentlich für Flüchtlingsunterkünfte des ASB gedacht gewesen, sagte ein Gerichtssprecher.

Männer müssen Geld zurückzahlen

Im Prozess hatten die beide Angeklagten kooperiert und die Vorwürfe zumindest teilweise eingeräumt. Das hätten die Richter ihnen positiv angerechnet, sagte der Sprecher. Gegen die Männer habe jedoch die immense Schadenshöhe gesprochen. Die fast sieben Millionen Euro müssten sie nun nach und nach zurückzahlen. Im Libanon sei bereits ein Konto mit zwei Millionen Euro eingefroren worden, so der Sprecher. Ob das veruntreute Geld je ganz zurückfließen werde, sei aber unklar.

Rechtsmittel noch möglich

Der Komplize, der als Fachbereichsleiter tätig war, kann gegen das Urteil noch Rechtsmittel einlegen. Dagegen hatte sich der ehemalige Geschäftsführer mit dem Gericht bereits im Vorfeld verständigt und aufgrund seines Geständnisses eine Höchststrafe von maximal sieben Jahren zugesichert bekommen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 28.11.2019 | 14:30 Uhr

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