Stand: 27.10.2017 17:44 Uhr

AKW Grohnde: Stilllegung auf den Weg gebracht

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Die Stilllegung des AKW Grohnde ist jetzt offiziell beantragt. (Archivbild)

Ende 2021 soll das Atomkraftwerk (AKW) Grohnde im Landkreis Hameln-Pyrmont stillgelegt werden. Obwohl eine Abschaltung bis zu diesem Termin gesetzlich festgelegt ist, bringt sie dennoch ein langwieriges Genehmigungsverfahren mit sich. Die E.ON-Tochter PreussenElektra, die das AKW betreibt, hat darum bereits jetzt - mit vier Jahren Vorlauf - die Abschaltung und den Rückbau in die Wege geleitet. Der entsprechende Antrag sei beim niedersächsischen Umweltministerium eingereicht worden, teilte das Unternehmen am Freitag mit.

Sofortige Abschaltung gefordert

Kritikern kann das Aus für Grohnde nicht schnell genug kommen: Viele fordern eine sofortige Stilllegung des Meilers. Im Mai hatte der Göttinger Stadtrat dies vom Umweltministerium verlangt. Es seien immer mehr Störfälle, Baumängel und Pannen zu verzeichnen, hieß es in der Resolution des Rats. Außerdem gebe es keine hinreichenden Katastrophenschutzpläne. Mehrere Kommunen in Nordrhein-Westfalen, darunter Vlotho und Detmold, haben sich ebenfalls für eine umgehende Stilllegung eingesetzt.

Der Störfall-Spitzenreiter?

Nach Angaben der Initiative "Grohnde abschalten" haben sich in dem Kraftwerk in den vergangenen Jahren immer wieder Pannen ereignet. Insgesamt seien mehr als 230 Fälle bekannt geworden. Damit zähle Grohnde zu den Störfall-Spitzenreitern unter den deutschen Atomkraftwerken. Am 10. März etwa musste das Kraftwerk kurzzeitig geräumt werden, weil es keinen Funkkontakt zu einem überfliegenden Verkehrsflugzeug gab.

Das Atomkraftwerk Grohnde ist seit mehr als 30 Jahren in Betrieb. In Niedersachsen ist außer Grohnde noch das Atomkraftwerk Emsland in Lingen am Netz.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.10.2017 | 16:00 Uhr

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