Stand: 06.08.2018 18:47 Uhr

Verschwindet das Harzer Skigebiet Sonnenberg?

Skifahren und Snowboarden auf dem Sonnenberg im Harz - das könnte bald der Vergangenheit angehören. Betreiber und Kommunen wollen das verhindern.

Bei den aktuellen Temperaturen scheint die Ski-Saison in weiter Ferne. Doch der Winter kommt bestimmt und mit ihm der große Besucherandrang auf die ohnehin überschaubare Zahl der Pisten im Harz. Eine Situation, die sich künftig verschärfen könnte - denn eines der wichtigsten Skigebiete, das am Sonnenberg in St. Andreasberg, könnte bald wegfallen. Grund ist die Eigentümer-Situation: Michael Sonderfeld, der Lift-Betreiber an dem Berg, hat seinen Abschied angekündigt. Aus gesundheitlichen Gründen, sagte Sonderfeld gegenüber NDR Info. Jahrelang hatte er sich allein um die vier Lifte am Sonnenberg gekümmert, nebenbei arbeitete er noch als Baumpfleger - nun ginge es einfach nicht mehr, sagte er.

Bewerber ja, aber keiner passt

Sonderfeld hat seine Verträge bereits aufgekündigt - auch die Pachtvereinbarung mit dem Besitzer der Flächen, dem Nationalpark Harz. Dort verspricht man, dass ein neuer Pächter in jedem Fall weitermachen dürfe. Doch der ist bislang nicht in Sicht. Noch-Betreiber Sonderfeld hat nach eigener Aussage zwar schon Bewerbungen für seine Nachfolge bekommen. Doch bislang seien das alles Privatleute gewesen - wintersportaffin, aber ohne Erfahrung im Betreiben eines Liftes. "Von der anfänglichen Euphorie sind wir dann doch wieder einen Schritt zurückgegangen", so Sonderfeld.

Andere Skigebiete extrem belastet

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Michael Sonderfeld, Betreiber des Skilifts am Sonnenberg, muss aufhören.

Sollte sich kein geeigneter Nachfolger finden, gehen die Flächen automatisch zurück an den Nationalpark: "Dann werde ich die Lifte im Frühjahr abbauen", sagt der Skilift-Betreiber. Der Sonnenberg - der mit 850 Metern zweithöchste Harzer Skiberg westlich des Brockens - wäre damit für den Wintersport verloren. Nicht nur für Sonderfeld ein Worst-Case-Szenario: "Sonnenberg wird von Tausenden von Menschen im Jahr aufgesucht. Es wäre gar nicht vorstellbar, wenn sich diese Menschenmassen jetzt noch auf Hahnenklee und Braunlage verteilen würden. Das können wir gar nicht mehr verkraften", sagt Braunlages Bürgermeister Stefan Grote (SPD).

Steigt Braunlage als Betreiber ein?

Um das abzuwenden, könne sich Braunlage deshalb vorstellen, als Betreiber einzuspringen - und zwar über die städtische Tochter, die Braunlage Tourismus Gesellschaft. Pläne, die allerdings Zeit zur Vorbereitung bräuchten, so Grote. Er hofft deshalb nun, bald Gewissheit zu haben, wie es am Sonnenberg weitergeht.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 06.08.2018 | 09:30 Uhr

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