Stand: 30.04.2018 11:24 Uhr

Polizei: Verschwundene Nami "wohlbehalten zurück"

Die achtjährige Nami aus Braunschweig ist wieder da. Wie die Polizei am Samstagabend mitteilte, fanden Ermittler das tags zuvor verschwundene Mädchen in der Wohnung eines Verwandten in Gifhorn. Offenbar hatte Nami ihr Verschwinden gemeinsam mit dem 59-Jährigen geplant. Dem Mann drohen nun strafrechtliche Konsequenzen: Nach Angaben eines Polizeisprechers gegenüber NDR 1 Niedersachsen wird geprüft, ob sich der Mann wegen Kindesentziehung und Strafvereitelung schuldig gemacht habe. Zudem prüft die Polizei, ob der 59-Jährige für die Kosten der Suchaktionen aufkommen muss. Die Höhe steht noch nicht fest, die Polizei geht von einem Betrag in fünfstelliger Höhe aus.

Hubschrauber im Einsatz

Bereits am Freitagabend hatte die Polizei bei dem Mann nach der Achtjährigen gefragt. Bei einem zweiten Besuch am späten Sonnabendnachmittag trafen sie das Mädchen bei ihm an. In der Vernehmung stellte sich heraus, dass "familiäre Spannungen" der Auslöser dafür waren, dass sich Nami bei dem Verwandten versteckte. Die Eltern wollen nun gemeinsam mit ihrem Kind Beratungsstellen in Anspruch nehmen, um die Situation zu verbessern. Vorausgegangen war eine große Suchaktion mit mehr als hundert Einsatzkräften von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk (THW). Auch Hubschrauber und Suchhunde waren vor Ort, um das Mädchen aufzuspüren.

Nachbarn und Freunde halfen bei der Suche

Nami hatte die Wohnung ihrer Eltern im Bebelhof im Südosten der Stadt am Freitagnachmittag zum Spielen verlassen. Ihre Eltern hatten ihr gegen 17 Uhr erlaubt, noch für eine Stunde nach draußen zu gehen. Als sie um 21 Uhr immer noch nicht zu Hause war, schalteten sie die Polizei ein. Die Polizei leitete am Freitag die Suche ein, die zunächst ohne Erfolg blieb. Auch Nachbarn und Freunde beteiligten sich.

Polizei zog Kräfte von Fußballspiel ab

Zusätzliche Beamte, die eigentlich für das Fußballspiel des Bundesligisten VfL Wolfsburg eingeteilt waren, wurden zur Unterstützung der Suche abgezogen. Das Wohngebiet nahe dem Braunschweiger Bahnhof, Park und die Gegend rund um den nahegelegenen Heidbergsee wurden durchkämmt. "Wir haben im Moment keinerlei Hinweise auf ein Gewaltverbrechen. Wir sind guter Dinge, dass wir Nami wiederfinden", sagte der Polizeisprecher am Sonnabendnachmittag. Eine Prognose, die sich glücklicherweise als richtig herausstellen sollte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.04.2018 | 12:00 Uhr

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