Stand: 29.07.2020 07:32 Uhr

"Maddie": Suche in Seelzer Kleingarten geht weiter

Polizisten gehen auf Fahrzeuge zu. © dpa Foto: Peter Steffen
Die Ermittler haben eine Kleingarten-Parzelle in Seelze ins Visier genommen.

In einen Kleingarten in Seelze (Region Hannover) gehen heute die Durchsuchungen der Polizei weiter. Wie die Staatsanwaltschaft Braunschweig NDR 1 Niedersachsen bestätigte, steht die am Dienstag begonnene mehrtägige Aktion im Zusammenhang mit den Ermittlungen im Fall der vor 13 Jahren verschwundenen Madeleine "Maddie" McCann. Mehrere Polizisten durchkämmten am Dienstag an der betroffenen Parzelle zwischen Hannover-Ahlem und Seelze-Letter das Erdreich mit Schaufeln und Harken. Außerdem wurde mit einem Bagger gegraben. Beamte der Spurensicherung sowie ein Spürhund waren ebenfalls vor Ort. Was genau dort vermutet wird, teilten die Ermittler nicht mit.

43-jähriger Deutscher könnte "Maddie" entführt haben

Das Bundeskriminalamt ermittelt nach Zeugenhinweisen bereits seit 2013 im Fall "Maddie" gegen einen 43-jährigen Deutschen. Bislang reichten die Indizien jedoch nicht für eine Anklage. Der Beschuldigte wollte sich nach Angaben seiner Verteidiger bisher nicht zur Sache äußern. Der Mann steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Madeleine McCann aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben. In jenem Jahr soll er in Hannover gemeldet gewesen sein. Der Mann ist unter anderem wegen sexuellen Kindesmissbrauchs vorbestraft und sitzt derzeit in Kiel eine Strafe wegen Drogenhandels ab.

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Antrag auf Haftentlassung zurückgezogen

Wie am Dienstag bekannt wurde, hat der 43-Jährige einen Antrag auf vorzeitige Haftentlassung zurückgenommen. Hintergrund sei, dass der Bundesgerichtshof (BGH) das Landgericht Braunschweig für zuständig in dieser Frage erklärt habe, teilte sein Anwalt mit. Ende 2019 hatte das Landgericht den Mann wegen schwerer Vergewaltigung unter Einbeziehung früherer Strafen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Er soll 2005 im portugiesischen Praia da Luz - dem Ort, aus dem auch Madeleine verschwand - eine damals 72-jährige Amerikanerin vergewaltigt haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Sein Mandant sehe sich zu Unrecht verurteilt und habe das Vertrauen in die dortige Justiz verloren, sagte der Anwalt.

Das Amtsgericht Hannover hatte den Verdächtigen 2010 wegen Urkundenfälschung und 2013 wegen gemeinschaftlichen Diebstahls zu Geldstrafen verurteilt.

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Hallo Niedersachsen | 28.07.2020 | 19:30 Uhr

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