Blick auf das VW-Verwaltungsgebäude in Wolfsburg. © picture alliance Foto: Sina Schuldt

Greenpeace verklagt VW auf Verbrenner-Ausstieg bis 2030

Stand: 09.11.2021 14:44 Uhr

Die Umweltorganisation Greenpeace will Volkswagen juristisch dazu zwingen, früher als geplant aus der Verbrenner-Produktion auszusteigen. Die entsprechende Klage liegt am Landgericht Braunschweig vor.

VW soll demnach zusagen, ab dem Jahr 2030 keine Autos mit Benzin- und Dieselmotoren mehr zu bauen. Zudem sollen Verbrenner in den kommenden acht Jahren nur noch ein Viertel der gesamten Produktion ausmachen. Greenpeace argumentiert in der 120 Seiten langen Klageschrift, dass sich nicht nur Staaten, sondern auch Großkonzerne an den internationalen Klimazielen orientieren müssen. Die gigantischen CO2-Emissionen des Autokonzerns tragen demnach erheblich zur Klimakrise und deren Folgen bei. VWs Geschäftsmodell sei nicht mit dem Ziel zu vereinbaren, den globalen Temperaturanstieg auf 1,5 Grad zu begrenzen.

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Die Umweltschutzorganisation geht das Verfahren gestärkt durch ein Urteil aus den Niederlanden an. Dort hatte ein Gericht im Mai den Ölkonzern Shell dazu verurteilt, mehr für den Klimaschutz zu tun. Das Modell haben inzwischen Organisationen in Deutschland übernommen. So hat nach demselben Prinzip vor Kurzem die Deutsche Umwelthilfe (DUH) die Autobauer BMW und Mercedes verklagt. Zuvor hatten die DUH und Greenpeace mit Unterlassungsschreiben bereits juristische Schritte gegen die beiden Konzerne sowie VW und den Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea in Gang gebracht. VW lehnte Ende Oktober die juristische Aufforderung ab, seine CO2-Emissionen schneller zu reduzieren.

VW sieht Klagen nicht als Weg zu mehr Klimaschutz

Volkswagen hielt sich vorerst zur Klage bedeckt. Das Unternehmen werde abwarten, bis die Klageschrift vorliege und sie prüfen. Aus VW-Sicht sind Klagen gegen einzelne Unternehmen nicht der richtige Weg, um dem Umweltschutz gerecht zu werden.

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Aktuell | 09.11.2021 | 09:00 Uhr

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