Ein Audi parkt vor einem VW-Werk. © picture alliance/dpa/Jan Woitas Foto: Jan Woitas

Gender-Vorgaben: VW-Mitarbeiter klagt gegen Audi

Stand: 19.05.2021 10:42 Uhr

Ein Mitarbeiter des Volkswagen-Konzerns klagt gegen die Gender-Vorgaben der VW-Tochter Audi. Er fühlt sich "unter umgekehrten Vorzeichen" diskriminiert, heißt es in der Klageschrift.

Der Kläger arbeitet nicht direkt bei dem Ingolstädter Autobauer, wie der "Donau-Kurier" berichtet. Er sitze allerdings mit Audi-Beschäftigten in VW-Gremien - und sei angehalten, sich in diesen Sitzungen an den neuen "Leitfaden für gendersensible Sprache" von Audi zu halten. Das lehnt der Mann ab. Eine von ihm geforderte Unterlassungserklärung indes hat der Autobauer zurückgewiesen. Nun beschreitet der VW-Mitarbeiter den Klageweg vor dem Landgericht Ingolstadt.

"Klage absolutes Neuland"

"Mit der Klage betreten wir absolutes Neuland", sagte einer der beiden Rechtsanwälte des Klägers am Mittwoch in der "Augsburger Allgemeinen". Das Weglassen spezifischer männlicher Endungen sei kein Vorteil sondern gestalte sich "als fortgesetzte Diskriminierung", so die Anwälte. Die Juristen wollen damit ein Grundsatzurteil erstreiten, um "diesem opportunistisch-heuchlerischem Gender-Wahn einen Riegel vorzuschieben".

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