Stand: 12.05.2020 06:51 Uhr

Ex-VW-Manager: Fristlose Kündigung unwirksam

Justitia mit einem VW Logo (Montage) © PantherMedia Foto: manfredxy
VW streitet vor Gericht mit einer früheren Führungskraft. (Archivbild)

Ein ehemaliger Volkswagen-Manager hat vor dem Arbeitsgericht in Braunschweig einen Teilerfolg gegen VW erzielt. Wie das Gericht am Montag mitteilte, hat es die außerordentliche Kündigung des früheren Leiters der Werke Salzgitter und Kassel im Jahr 2018 in einem Teilurteil für unwirksam erklärt. VW habe Fristen nicht eingehalten: Nach dem Gesetz hätte die Kündigung demnach innerhalb von zwei Wochen erfolgen müssen, nachdem der Arbeitgeber Kenntnis von den für die Kündigung entscheidenden Tatsachen hatte. Zugleich wies das Gericht Forderungen des Klägers nach Bonuszahlungen und Schadenersatzansprüche unter anderem deshalb ab, weil VW zwischenzeitlich eine Zahlung geleistet habe.

Gesprächsrunde von 2006 steht im Fokus

Ob die ordentliche Kündigung des Ex-Managers zu Recht erfolgt ist, soll in einem weiteren Termin im Oktober verhandelt werden. VW wirft dem Mann vor, schon seit 2006 von der Schummel-Software in Dieselmotoren gewusst zu haben, ohne seine Vorgesetzten informiert zu haben. Das Gericht will nach eigenen Angaben Zeugen vernehmen, um Aufschluss über den Inhalt einer Gesprächsrunde vom 15. November 2006 zu erlangen: Seit jenem Meeting hat der Manager aus VW-Sicht die Entwicklung unerlaubter Abgas-Software in den USA gebilligt und ihre Verwendung nicht verhindert. Der Kläger bestreitet das.

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NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 12.05.2020 | 06:30 Uhr

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