Blick auf die Granetalsperre im Winter. © Harzwasserwerke

Dürre in Niedersachsen: Talsperren-Pegel zu niedrig

Stand: 11.05.2021 10:11 Uhr

Seit drei Jahren schon liegen die Pegelstände der Talsperren im Harz unter dem Durchschnitt. Experten rechnen auch diesmal wieder mit einem Dürre-Sommer in Niedersachsen.

"Wir haben in Teilen Niedersachsens schon jetzt eine außergewöhnliche Dürre", sagte der Technische Geschäftsführer der Harzwasserwerke, Christoph Donner, am Montag. Vor allem im Nordosten und im Südosten des Landes sei mit Trockenheit zu rechnen. Die Harzwasserwerke sind der größte Trinkwasserversorger Niedersachsens.

Grundwasserspiegel sinkt - Trinkwasser aber nicht in Gefahr

Auch die Grundwasserspiegel sinken nach Angaben der Harzwasserwerke. Das Problem: Der Grundwasserspeicher könne nicht binnen eines Jahres aufgefüllt werden, so Donner, das dauere "deutlich länger". Die Trinkwasserversorgung sei aber nicht in Gefahr. "Wir haben uns auf die anhaltende Trockenheit schon frühzeitig eingestellt", so Donner. Die Trinkwassertalsperren der Harzwasserwerke seien derzeit mit rund 65 Millionen Kubikmeter Wasser gefüllt.

Obere Bodenschichten noch gut mit Feuchtigkeit versorgt

Bis zu einer Tiefe von 25 Zentimetern ist sei der Boden noch gut mit Feuchtigkeit versorgt, erläuterte Dietrich Borchardt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Bei 1,80 Metern sei die Lage allerdings deutlich schlechter - vor allem im Harz. "Wir gehen mit einer Dürrelast ins Jahr 2021", so Borchardts Prognose.

Wie wirkt sich der Klimawandel auf den Wasserhaushalt aus?

Am Helmholtz-Zentrum wird aktuell geforscht, wie sich Klimaänderungen lokal, regional und europaweit auf den Wasserhaushalt auswirken. Eine "exakte Vorhersage" könne es nicht geben, so Borchardt, dafür aber Szenarien zum Grundwasser. Er sprach sich für ein besseres "Rückhaltemanagement" bei der Begradigung von Flüssen und Bächen aus. Auch der Umgang mit Wasser in Städten gehöre auf den Prüfstand.

Lies: Erderwärmung stoppen

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) forderte einen konsequenten Klimaschutz. "Wenn nicht genügend Wasser da ist, verlieren wir ökologische Lebensräume." Es gehe darum, jedes Zehntel Grad Temperaturerwärmung zu vermeiden. Sollte die Erderwärmung zwei Grad erreichen, dürften künftig acht von zehn Jahren deutlich zu trocken ausfallen. Das bedeute Herausforderungen auch für die Landwirtschaft.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 11.05.2021 | 08:00 Uhr

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