Stand: 27.03.2020 14:47 Uhr

Atommüll: Erste Rückholpläne für die Asse-Fässer

Atomfässer vor dem Lager in Asse. © dpa Bildfunk Foto: Ole Spata
Der Asse-Betreiber Bundesgesellschaft für Endlagerung hat am Freitag die sogenannte Rückhol-Skizze vorgestellt – einen Plan zur Rückholung der eingelagerten Atommüllfässer. (Themenbild)

Der Betreiber des Atommüll-Lagers Asse hat am Freitag auf 146 Seiten seinen Plan für die Rückholung der unterirdisch eingelagerten Müllfässer vorgestellt. Die sogenannte Skizze beschreibt technische Einzelheiten wie unterirdische Schächte, ein Rückhol-Bergwerk mit Kammern, um den Atommüll in den Fässern zu bergen. Für Diskussionen sorgt das oberirdische Zwischenlager für den Müll. Der Betreiber Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hat dafür einen Standort in der Nähe der Asse vorgeschlagen. Für die Bürgerinitiative "Aufpassen" stellt dies einen Wortbruch dar: Es würden beim Standort Pflöcke eingerammt, so Sprecherin Heike Wiegel. Mit ergebnisoffener Standortsuche habe dies nichts zu tun.

Bürgerinitiativen kritisieren Vorgehen der BGE

Bürgerinitiativen aus der Umgebung des Atommülllagers Asse bei Remlingen im Landkreis Wolfenbüttel haben den Betreiber des Bergwerks aufgefordert, die Pläne zur Bergung der radioaktiven Abfälle umgehend zu veröffentlichen. Gleichzeitig kritisierte der Asse II-Koordinationskreis am Freitag, dass die BGE ihre Skizze zur Rückholung des Atommülls "einem Presseorgan zugespielt" habe, der betroffenen Bevölkerung aber weiter vorenthalte. Die "Braunschweiger Zeitung" hatte am Freitag über das Papier der BGE berichtet.

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Rückholaktion soll 2033 starten und 3,35 Milliarden kosten

In diesem Papier beschreibt der Betreiber erstmals den möglichen Ablauf der Bergung. Der neue Schacht, der mit dem bestehenden Bergwerk verbunden wird, soll bis zum Jahr 2028 in Betrieb gehen. Über diesen Schacht will der Betreiber den Atommüll an die Oberfläche holen. Die eigentliche Rückholung der Fässer mit radioaktiven Abfällen soll demnach 2033 beginnen. Die Abfälle sollen zunächst in ein oberirdisches Zwischenlager gebracht werden, das in der Nähe der Asse entstehen soll. Die Kosten für das weltweit bislang noch nicht erprobte Vorhaben schätzt die BGE - mit einer Ungenauigkeit von 30 Prozent - auf 3,35 Milliarden Euro.

Wassereinbruch bedroht das Bergwerk Asse II

In das ehemalige Salzbergwerk Asse II wurden zwischen 1967 und 1978 rund 125.000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktivem Atommüll sowie chemische Abfälle eingelagert. Weil die Grube instabil ist und mit Wasser vollzulaufen droht, sollen die Fässer an die Oberfläche geholt werden. Die Nachbarschächte Asse I und Asse III waren schon früher vollgelaufen und wurden aufgegeben.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 27.03.2020 | 13:30 Uhr

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