Ein Auffangbecken für Wasser im Atommülllager Asse II. © NDR Foto: Axel Schröder

Atomlager Asse II: Menge einsickernder Salzlauge gestiegen

Stand: 23.06.2021 14:43 Uhr

Die Menge der in das Atommülllagers Asse II laufenden Salzlauge ist zuletzt vom mehrjährigen Durchschnitt abgewichen. Auch die Dichte der Lösung hat zugenommen. Die Ursache ist nicht bekannt.

Der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) zufolge sickerten am 17. Juni innerhalb von 24 Stunden 11.750 Liter Lauge ein. Am 22. Juni waren es 13.160 Liter, einen Tag später 15.280 Liter. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei etwa 12.000 Litern pro Tag. "Schwankungen gab es auch in der Vergangenheit", sagte ein Sprecher am Mittwoch, etwa im Jahr 2019. Danach seien die Werte längere Zeit konstant geblieben - bis jetzt. Die Daten beziehen sich auf die Hauptauffangstelle in 658 Metern Tiefe des Bergwerks in Remlingen bei Wolfenbüttel. Daneben gibt es aber unter Tage noch weitere Orte, an denen die zulaufende Lauge aufgefangen wird.

Ursache ist der BGE nicht bekannt

Auch bei der Dichte der Lösung hat es der BGE zufolge Abweichungen vom langjährigen Wert von rund 1,206 Gramm pro Kubikzentimeter gegeben. Demnach wurden am 22. Juni 1,209 Gramm pro Kubikzentimeter gemessen, was einem Gewicht von 1.209 Gramm pro Liter entspricht. Die Ursache für die veränderten Werte ist der BGE nicht bekannt. Menge und Dichte würden weiterhin genau beobachtet.

Bergung der Atommüll-Fässer ab 2033

Damit das Salzwasser nicht mit dem eingelagerten Atommüll der Asse II in Kontakt kommt und weil zudem das ganze Bergwerk instabil ist, sollen die rund 126.000 Fässer mit radioaktiven und chemischen Abfällen möglichst an die Oberfläche geholt werden. Die Bergung soll 2033 beginnen und rund 3,35 Milliarden Euro kosten. Die Nachbarschächte Asse I und Asse III sind in der Vergangenheit bereits mit Wasser vollgelaufen und aufgegeben worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 23.06.2021 | 14:30 Uhr

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