Ein Europäischer Rehwildbock liegt in hohem Gras. © dpa/picture-alliance Foto: R. Kaminski

Zu viele Rehe? Jagdgesetz-Novelle sorgt für Zwietracht

Stand: 03.11.2020 14:07 Uhr

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will am Mittwoch den Entwurf zur Novelle des Bundesjagdgesetzes vorstellen. Das Thema sorgt für Streit zwischen Forstwirten und Jägern.

von Katharina Seiler

Kernpunkt des Problems ist, dass zu viel Wild in den Wäldern das Anwachsen von neu angepflanzten Bäumen verhindert. Diese sind aber ist wichtig, damit durch die Dürre geschädigte Wälder wieder aufgeforstet werden können. Wenn von 100 angepflanzten und ausgesäten Bäumen 100 durch Rehe verbissen seien, dann laufe etwas schief, dann gebe es zu viel Wild, sagt der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, Georg Schirmbeck. Seiner Ansicht nach müsse der Wald ohne zusätzliche Schutzmaßnahmen wachsen können - ohne Zäune um die jungen Bäume.

Jäger wollen nur Schutz für einheimische Bäume

Der Bund will deshalb laut dem Gesetzentwurf, dass die Jäger mehr Rehe schießen sollen. Das sorgt jedoch für Kritik bei den Jägern, die nicht für Wildschäden haften wollen. Der Präsident der Landesjägerschaft Niedersachsen, Helmut Dammann-Tamke, sagt, er hätte kein Problem damit, wenn nur einheimische Baumarten ohne Schutz wachsen können sollten. Doch der Gesetzentwurf soll sich auch auf nicht einheimische Baumarten beziehen, um den Wald mit neuen exotischen Bäumen klimastabiler zu machen. Diese seien jedoch für das Wild ausgesprochene Leckerbissen, so Damann-Tamke. Und man könne gar nicht so viel Wild schießen, dass auch nicht einheimische Baumarten ohne Zäune wachsen könnten.

Weitere Informationen
Zwei Rehe stehen auf einer Lichtung. © NDR Foto: Dr. Otto Hansen Bad Doberan

Waldbesitzer klagen: Wild verhindert Aufforstung

Es geht nicht voran mit der Aufforstung niedersächsischer Wälder. Die Waldbesitzer klagen, dass das Wild die Probleme verschärfe. Jäger sollten daher mehr Schalenwild schießen. (24.09.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.11.2020 | 12:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

Polizisten stehen in der Innenstadt Hannovers und kontrollieren die Einhaltung der Corona-Verordnung. (Archivbild) © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte

Dutzende Corona-Verstöße am Wochenende

Die Polizei löste mehrere Geburtstagspartys auf und schritt bei einer Poker-Runde sowie einem geöffneten Bordell ein. mehr

Ein Auto liegt auf dem Dach in einem Graben im Schnee.

Viele Unfälle auf glatten Straßen in Niedersachsen

Autos überschlugen sich, prallten gegen Bäume oder Straßenlaternen. In den meisten Fällen blieb es bei Blechschäden. mehr

Polizisten suchen etwas in einem Wald.

Erdbunker im Wald entdeckt: LKA ermittelt wegen RAF-Bezugs

Ungewöhnlicher Fund bei Seevetal: In einem vergrabenen Fass wurden Schriftstücke aus den 80er-Jahren sichergestellt. mehr

Ein Polizeiauto steht im Schnee zwischen Besuchern. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Harz, Solling, Deister: Polizei meldet entspanntere Lage

Viele Ausflügler steuerten am Wochenende Niedersachsens Schneegebiete an. Diesmal lief es aber deutlich geordneter. mehr