Stand: 15.11.2019 17:17 Uhr

Windräder: Lies gegen 1.000-Meter-Abstand

Der Abstand zwischen Windrädern und Wohnhäusern bleibt zwischen Bund und Länder umstritten. (Themenbild)

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies (SPD) und seine Länderministerkollegen haben sich gegen den vom Bund festgelegten Abstand von Windrädern zu Wohngebieten ausgesprochen. Es dürfe hier keine vom Bund ausgesprochene Festlegung allgemeiner Art geben, sagte Lies im Anschluss an eine zweitägige Ministerkonferenz in Hamburg. Vor allem dürfe es auf keinen Fall Eingriffe in bestehende Raumordnungspläne geben. Lies zufolge würde dies die ohnehin angespannte Situation beim Ausbau der Windenergie noch verschlimmern.

"Ohne Windenergie keine Energiewende"

Als richtiges Signal bezeichnete der energiepolitische Sprecher der niedersächsischen SPD-Landtagsfraktion, Volker Senftleben, den Beschluss der Landesumweltminister. Gerade für die niedersächsische Wirtschaft sei es wichtig, einen zuverlässigen Absatzmarkt für die Windkraftbrache sowie ihre Zulieferer zu schaffen. Um zusätzliche elektrische Leistung durch Windkraft auf den Weg zu bringen, müssten entsprechende Flächen für Windräder geschaffen werden. Es sei klar, dass ohne Windenergie keine Energiewende gelingen könne, betonte Senftleben. In keinem anderen Bundesland kann an Land ("Onshore") so viel Windenergie produziert werden wie in Niedersachsen. Am Ende des ersten Halbjahres 2019 standen dort 6.311 Windräder mit einer elektrischen Leistung von insgesamt 11.205 Megawatt.

Regelung soll Widerstand verringern

Die Regelung, die einen Abstand von 1.000 Metern zwischen Windenergie-Anlagen und Wohnbebauung vorsieht, steht in einem Gesetzentwurf des Bundeswirtschaftsministeriums. Sie soll bereits gelten, wenn mehr als fünf Wohngebäude zusammenstehen oder auch nur geplant sind. Die Abstandsregelung soll den Widerstand bei Anwohnern verringern.

Weitere Informationen

Umweltminister lehnen Mindestabstand für Windräder ab

Die Umweltministerkonferenz hält einen Mindestabstand für Windräder für ein falsches Signal - und fordert vom Bund, den Plan zurückzunehmen. Auch heute gab es Proteste während des Treffens in Hamburg. (15.11.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.11.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

01:00
Niedersachsen 18.00
02:20
Hallo Niedersachsen