Stand: 10.09.2020 19:56 Uhr

Warntag: Fehl-Alarm in Niedersachsen?

Eine Sirene auf einem Hausdach. © picture alliance Foto: Stephan Jansen
Tausende Sirenen wurden seit den 1990er-Jahren abgebaut - die verbliebenen wurden nun getestet. (Themenbild)

Am Donnerstagvormittag sollte es für 20 Minuten laut werden: Beim ersten bundesweiten Warntag seit 30 Jahren sollten Sirenen heulen und Warn-Apps piepen. Radio- und Fernsehsender unterbrachen ihre Sendungen und blendeten Lauftexte ein. Ziel der Behörden war es, zu prüfen ob im Ernstfall alles läuft. In Niedersachsen blieb es allerdings vielerorts still. Behörden setzen offenbar vermehrt auf Warn-Apps wie "Katwarn" oder "Nina". Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, sei die Alarmierung via Apps beispielsweise in Hameln und Oldenburg fehlgeschlagen.

VIDEO: Fehlalarm am bundesweiten Warntag (3 Min)

Kein Alarm in Oldenburg und Hameln

Deutschlandweit wurden nach Ende des Kalten Krieges Zehntausende Alarmsirenen abgebaut. Wie NDR 1 Niedersachsen berichtet, hat gibt es in Hannover und Oldenburg keine Sirenen mehr. Im Landkreis Cuxhaven sind es rund 100. Doch hier sagte die Behörde die Teilnahme außer für die Kreisstadt, die ihren Katastrophenschutz selbst organisiert, ab. Es sollte keine Verwirrung gestiftet werden. Doch genau dies geschah - vor allem bei den Freiwilligen Feuerwehren. Die kurzfristige Absage sei "schlichtweg ein Fehler gewesen", räumte Landrat Kai-Uwe Bielefeld gegenüber dem NDR ein.

Sind Warn-Apps die Sirenen der Zukunft?

In der Region Hannover ist die App "Katwarn" auf rund 42.000 Smartphones installiert. Auf dem Display zeigte sie "Sonderfall" und eine Postleitzahl an. In den Details wird die Art der Alarmierung erklärt und wie und wo man sich beispielsweise bei Twitter per Hashtag und auf den Seiten von Feuerwehr und Katastrophenschutz über die Entwicklung informieren kann. Der Alarm kann direkt aus der App heraus über Messenger, SMS oder in soziale Netze geteilt werden. Wie die Feuerwehr auf NDR Anfrage bestätigte, sei in der Region alles wie gewünscht verlaufen. Sie begleitete den Warntag mit einer Kampagne in sozialen Medien.

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Ab jetzt in jedem Jahr

Aus dem Warntag soll eine regelmäßige Veranstaltung werden. Künftig soll er laut Beschluss der Innenministerkonferenz jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September wiederholt werden. Nach Angaben des Innenministeriums sei die zunehmende Zahl von Hitzewellen oder Hochwasser sowie die Gefahr von möglichen Terroranschlägen ausschlaggebend für den höheren Stellenwert des Probelaufs. Damit Warnungen effektiv seien, müssten Funktion und Ablauf besser verständlich werden. Warnungen würden umso eher akzeptiert, je besser der Bevölkerung das System und die Sirenensignale bekannt seien.

Weitere Informationen zum Warntag gibt es auf der offiziellen Webseite.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 09.09.2020 | 17:00 Uhr

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