Stand: 03.09.2018 11:12 Uhr

Stürme, Hitze, Borkenkäfer: Wälder brauchen Hilfe

Die Wälder im Land haben es nicht leicht gehabt in den vergangenen Monaten. Erst fegten Stürme wie "Xavier", "Herwart" und "Friederike" über sie hinweg und zerstörten große Teile des Baumbestandes, dann setzten die Sommerhitze und der Borkenkäfer den Wäldern schwer zu. Das hat seinen Preis. Der deutsche Forstwirtschaftsrat rechnet mit Schäden von bis zu zwei Milliarden Euro an den Wäldern in Deutschland. "Die Waldbesitzer haben den Klimawandel nicht verursacht, aber sie leiden darunter", sagte Verbandspräsident Georg Schirmbeck der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) in ihrer Montagsausgabe.

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Borkenkäfer profitieren von der Wärme

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Das trockene Wetter führt zu einer explosionsartigen Vermehrung der Borkenkäfer in Niedersachsens Wäldern. Die Insekten nisten unter der Rinde von Fichten - die dann gefällt werden müssen. Video (04:20 min)

Ein Drittel der gepflanzten Bäume abgestorben

Sein Appell richtet sich an die Bundesregierung. Sie müsse "bei der Jahrhundertaufgabe des Waldumbaus hin zu klimastabilen Wäldern mit Personal und Finanzmitteln" helfen. Die drei Stürme hätten Schäden in Höhe von mehr als einer Milliarde Euro verursacht. Diese seien bis heute nicht bewältigt. Während der heißen Wochen seien gut ein Drittel der in den vergangenen drei Jahren gepflanzten Bäume laut einer Umfrage unter den Landesverbänden abgestorben. "Die Nachpflanzung kostet die Waldbesitzenden über eine halbe Milliarde Euro", sagte Schirmbeck. Mit welcher Wucht die Hitze die Wälder am Ende tatsächlich getroffen hat, wird Schirmbeck zufolge wohl erst Mitte 2019 beurteilt werden können.

Forstwirtschaft in Schwierigkeiten

Die alten Bäume, die unter der Hitze leiden, haben schwer mit dem Borkenkäfer zu kämpfen. Durch das Insekt seien bereits Schäden in Höhe von rund 270 Millionen Euro entstanden. Auch diese Zahl werde vermutlich noch steigen, so Schirmbeck. Von der Bundesregierung fordert er deshalb ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Waldschäden durch Klimafolgen und weist darauf hin, dass in 110.000 Betrieben in der Forstwirtschaft etwa 1,1 Millionen Menschen arbeiten. Einige seien durch die Ereignisse in Finanzschwierigkeiten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.09.2018 | 16:00 Uhr

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