Stand: 17.09.2020 11:27 Uhr

Studie: Grundsteuer in Gorleben am niedrigsten

Neue Einfamilienhäuser werden in der Region Hannover gebaut. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Für Grundeigentum, wie hier in Laatzen bei Hannover, werden besonders hohe Grundsteuern verlangt. (Themenbild)

Gorleben hat niedersachsenweit den niedrigsten Grundsteuersatz. Das geht aus einer Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) hervor, die am Donnerstag veröffentlicht wurde. Der sogenannte Hebesatz - ein Faktor, mit dem Städte und Gemeinden das Volumen ihrer Steuereinnahmen beeinflussen - lag in Gorleben zum Ende des vergangenen Jahres bei 250 Prozent. Das war landesweit der niedrigste Wert.

Zwei Arten von Grundsteuern

Der Fiskus unterscheidet bei der Grundsteuer zudem zwischen den beiden Typen A und B: A steht für agrarisch und das B für baulich. Typ A richtet sich an die Land- und Forstwirtschaft. Typ B wird für jeden Grund und Boden erhoben, der bebaut werden kann und nicht landwirtschaftlich genutzt wird.

Grundsteuer in Hannover besonders hoch

Für bebaubare Grundstücke waren die Grundsteuer-Sätze mit jeweils 600 Prozent in Hannover, Laatzen, Seelze (beide Region Hannover), auf den Inseln Baltrum und Spiekeroog, in Hitzacker an der Elbe, Wilhelmshaven sowie Dettum bei Wolfenbüttel. Die entsprechende Steuerlast betrug damit pro Kopf 2019 im Schnitt 176 Euro. Damit lag das Land oberhalb des bundesweiten Durchschnitts dieser Grundsteuer-Kategorie von 151 Euro.

Gewerbesteuer in fünf Kommunen am niedrigsten

In Niedersachen wurden die Hebesätze bei der Grundsteuer im Schnitt um 4,3 Prozent erhöht. Bei der für die kommunalen Finanzen ebenfalls wichtigen Gewerbesteuer sieht die regionale Verteilung anders aus. Laut den EY-Daten, die auf Angaben des Statistischen Bundesamts beruhen, waren die Hebesätze hierbei mit 300 jeweils Prozent am niedrigsten in Bokensdorf (Landkreis Gifhorn), Grethem und Hademstorf (Heidekreis), Steinfeld (Landkreis Vechta), Waake (Landkreis Göttingen) und Wangelnstedt (Landkreis Holzminden).

Städte und Gemeinden wollen seit 2019 sechs Prozent mehr

Der Betrieb eines eigenen Gewerbes war dagegen in Wathlingen (Landkreis Celle) vergleichsweise teuer, hier lag der Hebesatz bei 500 Prozent. Die Gewerbesteuern wurden zuletzt an etlichen Orten heraufgesetzt. In Niedersachsen erhöhten 2019 rund sechs Prozent der Kommunen die Gewerbesteuern. Im Bundesschnitt gab es Erhöhungen in 6,5 Prozent der Gemeinden. Viele Kommunen befürchten wegen der Corona-Krise im laufenden Jahr deutliche Rückgänge bei den Steuereinnahmen.

 

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.09.2020 | 10:00 Uhr

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