Stand: 11.08.2020 07:09 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Sechs Menschen sterben bei Badeunfällen

Rettungswagen im Einsatz © picture-alliance/ ZB Foto: Arno Burgi
Sechs Badeunfälle endeten am Wochenende tödlich. (Themenbild)

Angesichts von Temperaturen über 30 Grad haben viele Niedersachsen das Wochenende am Wasser verbracht. Mehrere Badeausflüge endeten tragisch. In den Landkreisen Vechta, Helmstedt, Emsland, in der Region Hannover und in Bremen sind beim Baden in Seen fünf Menschen ertrunken. Zudem starb ein Mann beim Baden in der Elbe im Landkreis Stade. Ein vierjähriger Junge trieb im Landkreis Cloppenburg leblos auf einem See, er konnte reanimiert werden. Sein Zustand ist nach wie vor kritisch.

VIDEO: Mehrere Menschen bei Badeunfällen gestorben (3 Min)

49-Jähriger ertrinkt in Heidesee in Holdorf

In Holdorf bei Vechta bargen Einsatzkräfte am Sonntagabend den Leichnam eines 49-Jährigen aus dem Heidesee. Feuerwehr und Rettungsschwimmer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatten zuvor mit einem Großaufgebot nach dem Vermissten gesucht. Die Polizei geht von einem Badeunfall aus.

Junger Mann geht beim Baden in Velpke unter

In Velpke bei Helmstedt starb am Sonntagnachmittag beim Baden im ehemaligen Steinbruch "Körnerbruch" ein 21 Jahre alter Mann. Aus bislang unbekannten Gründen sei er in Not geraten und untergegangen, teilte die Polizei mit. Rettungsversuche von Badegästen seien erfolglos geblieben. Der junge Mann wurde noch lebend von Tauchern der Berufsfeuerwehr Wolfsburg aus dem Wasser geholt, starb aber am frühen Abend im Krankenhaus.

Segler findet 68-Jährige auf Haselünner See

Auf dem Haselünner See im Emsland entdeckte ein Segler am Sonntag eine Frau, die leblos auf dem Wasser trieb. Die alarmierte DLRG barg die 68-Jährige aus dem Wasser, ein Notarzt konnte nur noch den Tod der Frau feststellen. Den Ermittlungen zufolge handelt es sich um einen Badeunfall. Ein Fremdverschulden schließt die Polizei aus.

Freund meldet 49-Jährigen in Irenensee als vermisst

Am Sonntag wurde zudem die Leiche eines 49 Jahre alten Mannes im Irenensee in Uetze (Region Hannover) gefunden. Anzeichen für ein Fremdverschulden gebe es auch hier nicht, die Polizei gehe von einem Unglücksfall aus, hieß es. Seit Samstagabend hatten die Beamten nach dem Mann gesucht, nachdem ein Freund ihn als vermisst gemeldet hatte.

50-Jähriger stirbt in der Elbe

In Grünendeich im Landkreis Stade starb ein 50-Jähriger nach einem Bad in der Elbe. Er wurde vom Sog der Schiffe mitgezogen. Auch in Bremen ist ein Mann beim Baden gestorben. Der 65-Jährige war plötzlich im Mahndorfer See untergegangen. Er konnte nur noch tot geborgen werden. Kurz darauf verletzte sich in dem See ein 32-Jähriger schwer, nachdem er mit dem Kopf voran in flaches Wasser gesprungen war.

Vierjähriger nach Badeunfall auf Intensivstation

Nach einem weiteren Badeunfall in Emstek im Landkreis Cloppenburg wird ein vierjähriger Junge auf der Intensivstation behandelt. Badende hatten am Sonnabend gesehen, dass das Kind leblos auf dem Halener Badesee trieb. Ersthelfer holten den Jungen an Land. Zwei zufällig anwesende Ärztinnen begannen, das Kind wiederzubeleben, bis der Notarzt eintraf. Ein Hubschrauber brachte den Jungen in eine Kinderklinik.

Viele Freibäder begrenzen die Besucherzahl

Es sei viel mehr los an den Badeseen als in den Vorjahren, sagte Martin Holzhause von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). Viele verzichteten wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr auf den Auslandsurlaub, zudem hätten viele Freibäder entweder nicht geöffnet oder ließen nur eine begrenzte Zahl von Besuchern herein. "Man kann nur immer wieder an den gesunden Menschenverstand appellieren, sich nicht zu überschätzen", sagte Holzhause.

Weitere Informationen
Xenia und Luca, beide DLRG-Rettungsschwimmer, bewachen den gut besuchten Nordseestrand von Schillig von einem Turm aus. © dpa-Bildfunk Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa

DLRG: 50 Menschen ertrinken in Norddeutschland

In Norddeutschland sind in den ersten sieben Monaten des Jahres 50 Menschen ertrunken. Das teilte die DLRG mit. Die meisten Personen starben in Binnengewässern. (07.08.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.08.2020 | 12:00 Uhr

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