Stand: 15.09.2020 11:37 Uhr

Schweinepest: Grüne und SPD wollen weniger Exporte

Schweine stehen dicht gedrängt im Stall eines Mastbetriebes. © dpa - Report Foto: Patrick Pleul
Grüne und SPD haben sich dafür ausgesprochen, bei der Schweinehaltung weniger auf Massenproduktion zu setzen. (Themenbild)

Nach dem Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland haben SPD und Grüne im niedersächsischen Landtag eine Abkehr von Billigfleisch-Exporten gefordert. "Wir müssen sehen, dass wir die heimischen Märkte stabilisieren", sagte Grünen-Agrarexperte Christian Meyer. "Die von der CDU forcierte Exportstrategie ist falsch." Der Nachweis der Afrikanischen Schweinepest treffe die exportorientierte Billigproduktion, die nun von einem massiven Rückgang der Preise betroffen sei, so der frühere Landwirtschaftsminister. Statt die Massenproduktion mit Subventionen zu stützen, müssten tierwohlgerechte Betriebe gefördert werden.

SPD spricht sich für weniger Tiere aus

Ähnliche Töne gab es auch von der SPD. "Ein Weg könnte sein, die Gesamtzahl der Tiere zu senken", sagte der Abgeordnete Tobias Heilmann. Wenn weniger Schweine gehalten würden, gebe es auch weniger Düngeprobleme, so Heilmann. Dies diene auch dem Klimaschutz. Derzeit halten die etwa 5.300 Betriebe in Niedersachsen insgesamt rund 8,3 Millionen Schweine - so viele wie in keinem anderen Bundesland.

Otte-Kinast sieht Importverbote vieler Länder mit Sorge

Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) betonte, dass Niedersachsen gut auf die Afrikanische Schweinepest vorbereitet sei. Sorge bereiteten ihr die Importverbote etlicher Länder für deutsches Schweinefleisch. "Das ist ein herber Rückschlag für unsere Schweine haltenden Betriebe." Sie sprach sich deshalb dafür aus, das Fleisch regional besser zu vermarkten. Auch die Prävention solle verbessert werden: Sie kündigte an, dass Hunde trainiert werden sollen, Erkrankungen bei Schweinen zu erschnüffeln. Ende vergangener Woche war in Brandenburg der erste Fall von Afrikanischer Schweinepest in Deutschland bekannt geworden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.09.2020 | 12:00 Uhr

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