Ein Erntehelfer aus Rumänien sticht Spargel auf einem Feld in Bramstedt. © picture-alliance/dpa Foto: Hauke-Christian Dittrich

Schwache Spargel-Saison neigt sich dem Ende entgegen

Stand: 24.06.2021 06:46 Uhr

Für die Spargelbauern in Niedersachsen geht heute eine eher durchwachsene Saison zu Ende.

Das lange Zeit kalte und bedeckte Wetter habe nicht nur die Ernte verzögert, sondern auch bei den Verbrauchern keine große Lust aufs Spargelessen geweckt, sagte Michael Koch von der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft AMI in Bonn. Die Nachfrage sei ein bisschen schwächer gewesen als im vergangenen Jahr.

Preis steigt - Erntemenge sinkt

Der Durchschnittsverbraucherpreis für das Edelgemüse kletterte Kochs Angaben zufolge im Vergleich zum Vorjahr um sechs Prozent auf 8,78 Euro für ein Kilogramm weißen Spargel. Fest stehe hingegen, dass die Erntemenge im Vergleich zum Vorjahr wieder gesunken sei, sagte der Geschäftsführer der Vereinigung der Spargel- und Beerenanbauer in Niedersachsen, Fred Eickhorst. "In diesem Jahr werden wir aufgrund des kalten Wetters die Erntemengen vom letzten Jahr nicht erreichen", sagte er.

Corona-Ausbruch im Landkreis Diepholz

Auch in diesem Jahr musste die Ernte mit Saisonkräften aus Osteuropa unter strengen Hygieneauflagen erfolgen. Das habe gut geklappt, sagte Eickhorst. Ein größerer Corona-Ausbruch auf einem Spargelbetrieb im Landkreis Diepholz sei eine Ausnahme gewesen. Auch dank der Quarantäne-Auflagen des Landkreises sei die Situation schnell unter Kontrolle gewesen, sagte Eickhorst.

Kritik vom DGB an Kommunikation

Piotr Mazurek von der DGB-Beratungsstelle Faire Mobilität in Oldenburg sagte, dass viele Saisonkräfte die vom Landkreis Diepholz verhängten Corona-Auflagen für den Betrieb nicht verstanden hätten. Dass nicht nur Infizierte, sondern auch Kontaktpersonen in Quarantäne mussten, sei nicht auf Verständnis gestoßen. Offenbar habe es Probleme in der Kommunikation mit den Betroffenen gegeben.

"Mehr als nur Einzelfälle"

Zudem gebe es nach wie vor Klagen von Saisonkräften über Unregelmäßigkeiten bei der Lohnauszahlung oder bei den Arbeitszeiten. "Den Leuten wird versprochen, sie könnten bis zu 120 Euro am Tag verdienen oder zumindest 70 bis 80 Euro, und bekommen dann 40 oder 45 Euro für einen Tag Arbeit", sagte Mazurek. Auch Arbeitszeiten von zehn oder zwölf Stunden seien nicht selten. "Es sind sicherlich nicht alle Betriebe, von denen solche Beschwerden kommen, es gibt auch Bauern, die sich an die Regeln halten", so der DGB-Berater. "Das sind mehr als nur Einzelfälle."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.06.2021 | 09:00 Uhr

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