Schule: Niedersachsen plant Präsenzunterricht nach Ferien

Stand: 22.06.2021 20:47 Uhr

Nach den Ferien sollen die Schulen in Niedersachsen mit Präsenzunterricht in voller Klassenstärke starten. Kultusminister Tonne hat am Dienstag die Pläne für das neue Schuljahr vorgestellt.

Nach derzeitigem Stand lasse das milde Infektionsgeschehen den eingeschränkten Regelbetrieb zu, sagte Grant Hendrik Tonne (SPD). Gleichwohl dürfe man in den Schulen nicht auf Sicherheitsmaßnahmen, wie etwa das Tragen von Masken in bestimmten Bereichen, das Lüften oder die regelmäßigen Corona-Selbsttests verzichten. Letztere sollen zunächst bis Ende September weiterhin durchgeführt werden, da aktuell nicht absehbar sei, wie sich das Infektionsgeschehen etwa infolge der Reisetätigkeiten in den Ferien entwickeln werde. "Die Delta-Variante zeigt, dass weiterhin Vorsicht geboten ist", so Tonne.

In den Sommerferien wird die Lage neu bewertet

Bevor das neue Schuljahr am 2. September beginnt, werde das Kultusministerium einmal vier Wochen und ein weiteres Mal zwei Wochen vorher das Infektionsgeschehen betrachten und ein Zwischenfazit ziehen, sagte Tonne. Sollte sich dadurch eine neue Lagebeurteilung ergeben, werde das Ministerium dies umgehend mitteilen. Ziel sei es, Präsenzunterricht anzubieten und Schulen unter großen Anstrengungen offen zu halten, so Tonne. Bei steigendem Infektionsgeschehen seien beispielsweise zunächst häufigere Testungen oder Maske Tragen im Unterricht denkbar, bevor die Schulen ins Wechselmodell (Szenario B) gingen.

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Alle Lehrkräfte zum neuen Schuljahr geimpft

Zu Beginn des Schuljahres werden laut Tonne alle Lehrkräfte, die das wollen, geimpft sein. Schüler sollen vor den Ferien darüber informiert werden, wer sich auf welchem Weg impfen lassen kann, wenn er das möchte. Auch liege dasImpfkonzept für Schülerinnen und Schüler ab zwölf Jahren, das das Kultus- und Sozialministerium Ende Mai vorgestellt hatten, griffbereit, sagte Tonne. Sollten sich die Rahmenbedingungen ändern, könne es schnell wieder hervorgezogen werden. Die Umsetzung des Konzepts war daran gescheitert, dass der Bund die zunächst in Aussicht gestellten zusätzlichen Impfdosen für Schülerinnen und Schüler mangels Impfstoff nicht bereitstellen konnte und dass die Empfehlung der Ständigen Impfkommission fehlte.

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Mehr Freiheiten für Schulen, weniger Klassenarbeiten

Für das kommende Schuljahr bereitet das Kultusministerium unterdessen ein umfangreiches Erlasspaket vor, sagte Tonne. Dies solle Schulen mehr Freiheiten geben, damit sie den Schul- und Unterrichtsbetrieb individuell anpassen können. Um den Druck herauszunehmen, sollen bis zum 24. September keine Klassenarbeiten geschrieben werden. Zudem werde die Gesamtzahl der Klassenarbeiten im Schuljahr reduziert. Für die Bewertungen sollen Lehrkräfte wieder schriftliche, mündliche und sonstige Leistungen mit einbeziehen können. Auch sollen Schulen ihre Stundenpläne flexibel gestalten können, um den Schülerinnen und Schülern einen Erwerb oder die Festigung von Basiskompetenzen zu ermöglichen.

Einstiegsphase nach den Ferien

Um den Schülerinnen und Schülern das Ankommen in der Schule nach den Ferien zu erleichtern, sollen die Schulen zu Beginn des Schuljahres ein bis vier Wochen Zeit für eine Einstiegsphase bekommen. "Wir können nicht mit dem ersten Schultag so tun, als hätte es Corona nicht gegeben", sagte Tonne. In dieser Zeit müsse kein Unterricht nach Stundentafel erfolgen, sondern die Schulen könnten selbst entscheiden, wie sie die Zeit nutzen - etwa in Form von Projekttagen zur Stärkung des Klassenzusammenhalts oder zum Wiederholen von Unterrichtsinhalten, für Gespräche mit Schülerinnen und Schülern oder zum Austausch von Erfahrungen und Erwartungen. Insgesamt solle Schule als sozialer Ort gestärkt werden, so der Minister.

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Lernausgangslage in Basis-Fächern ermitteln

Das kommende Schuljahr solle auch dazu genutzt werden, um Defizite aufzuarbeiten und Lücken zu schließen, sagte Tonne. In den Fächern Mathe, Deutsch und in einer Fremdsprache solle eine Lernausgangslage ermittelt werden, die Aufschluss über den individuellen Lernstand gibt und darüber, wo die Schülerinnen und Schüler Unterstützung brauchen.

"Anspruchsvolle, aber faire Abschlussprüfungen"

Den Abitur- und Abschlussjahrgängen versicherte der Kultusminister, dass es faire Prüfungen geben werde. Dazu baue man auf den Erfahrungen der vergangenen beiden Schuljahre auf. Bei den Abiturprüfungen etwa werde es auch im kommenden Jahr wieder eine größere Auswahlmöglichkeit geben. "Die Prüfungen werden anspruchsvoll sein, aber fair", sagte Tonne.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 22.06.2021 | 17:00 Uhr

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