Stand: 06.09.2019 15:16 Uhr  - NDR 1 Niedersachsen

Rettungsdienst: Landkreise gegen Spahn-Vorstoß

Die niedersächsischen Landkreise fürchten, dass Patienten bei Unfällen länger auf Hilfe warten müssen. Hintergrund sind Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), wonach der Rettungsdienst in mehreren Bereichen reformiert werden soll. Der Vorstoß gefährde den Rettungsdienst, teilten die Landräte am Freitag mit.

Kritik an Plänen zur Reform des Rettungsdienstes

Niedersachsen 18.00 -

Reformpläne von Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) stoßen auf Kritik. Niedersachsens Landkreise fürchten, dass Patienten in Not bald länger auf den Rettungswagen warten müssen.

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Landkreise warnen vor überlasteten Leitstellen

Konkret sorgt die Kreise, dass in der Folge des Spahn-Vorschlags die Notruf-Leitstellen mit der Leitstelle für den hausärztlichen Notdienst zusammengelegt werden könnten. Dies könne bedeuten, dass Patienten, die einen Hautarzt suchen, sich an dieselbe Leitstelle wenden müssten, wie beispielsweise die Unfallopfer nach einer Massenkarambolage auf der Autobahn. In der Folge könnten die Leitstellen überlastet und damit wichtige Zeit verloren gehen, bis etwa der Rettungswagen vor Ort ist, hieß es.

Reuter: "Da kann man nur dringend vor warnen"

Spahn wolle den gut funktionierenden Rettungsdienst mit dem weniger gut funktionierenden ärztlichen Notdienst in einen Topf werfen. "Da kann man nur dringend vor warnen", sagte Göttingens Landrat Bernhard Reuter (SPD), Vizepräsident des niedersächsischen Landkreistages. In der Folge würden "funktionierende kommunale Strukturen" zerschlagen, so Reuter. Er fürchtet sogar, dass eine solche gemeinsame Leitstelle am Ende auch noch die Vergabe von Facharzt-Terminen übernehmen solle.

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Spahns Plan: Was sich im Notfall ändern soll

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will die medizinische Notfallversorgung neu organisieren. Mehr bei tageschau.de extern

Eine Leitstelle für zwei Nummern?

Spahn hatte in dem Gesetzentwurf dafür plädiert, dass die Nummer 112 für den Rettungsdienst und die Nummer 116117, unter der die Terminservicestellen der niedergelassenen Ärzte zu erreichen sind, künftig verbindlich zusammenarbeiten. Beide Nummern bleiben laut den Plänen zwar erhalten, Anrufer landen aber bei einer entsprechenden Notfall-Leitstelle.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 06.09.2019 | 18:00 Uhr

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