Stand: 14.09.2018 14:30 Uhr

Rechtsextreme aus Niedersachsen bei Chemnitz-Demos

Bei der fremdenfeindlichen Demonstration in Chemnitz am 1. September waren auch Mitglieder der rechtsextremen Szene aus Braunschweig und Hildesheim beteiligt. Das sagte Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag im Landtag in Hannover. Er stützt sich dabei auf Erkenntnisse des Landesamtes für Verfassungsschutz. Zur Anzahl der beteiligten Personen sagt er nichts. Auch nicht, welchen Gruppierungen sie angehörten. Gegen eine Person aus Niedersachsen ermittle die Polizei in Sachsen wegen Landfriedensbruchs.

Fremdenfeindliche Ausschreitungen nach Tod von 35-Jährigem

Auch an der Demonstration am 27. August, wo es zu fremdenfeindlichen und antisemitischen Ausschreitungen und Gewalttaten gekommen war, wollten offenbar bis zu 15 Mitglieder der rechten Szene aus den Regionen Salzgitter, Braunschweig, Goslar und Hildesheim teilnehmen, so die Erkenntnis der Ermittler im Vorfeld. "Ob diese Anreise tatsächlich erfolgte, ist bisher nicht gesichert bekannt", sagte der Minister. In Chemnitz war ein 35-jähriger Deutscher erstochen worden. Tatverdächtig sind drei Asylbewerber aus Syrien und dem Irak, von denen zwei in Untersuchungshaft sitzen. Nach dem dritten Mann wird gefahndet. Nach der Tat gab es immer wieder fremdenfeindliche und teils gewaltsame Proteste. Pistorius verurteilte die Ausschreitungen am Freitag. "Ich fordere ein entschlossenes Handeln des Staates, der Politik aber auch der Gesellschaft", sagte er im Landtag. "Als Demokratinnen und als Demokraten dürfen wir nicht schweigen."

Weitere Informationen
Demonstranten gehen in Chemnitz auf Ausländer los.

Chemnitz: Demos und Ausschreitungen nach Tod eines 35-Jährigen

Ein 35-Jähriger wird beim Stadtfest in Chemnitz Opfer einer Messerstecherei. Demos, Ausschreitungen und Gewalt sind die Folge. Hier finden Sie eine Chronologie der Ereignisse. Mehr bei mdr.de. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Braunschweig | 14.09.2018 | 14:30 Uhr

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