Stand: 12.12.2017 11:40 Uhr

Nitrat bedroht Niedersachsens Trinkwasser

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Bei Untersuchungen wird derzeit noch kein Nitrat in Niedersachsens Trinkwasser festgestellt.

Die steigende Nitrat-Belastung durch die Landwirtschaft stellt nach Einschätzung von Experten auch eine zunehmende Gefahr für die Qualität des Trinkwassers dar. "Das Potenzial der Böden zum Nitrat-Abbau ist begrenzt", sagte der Umweltmediziner Roland Suchenwirth vom Landesgesundheitsamt gegenüber NDR.de. Das könne dazu führen, dass sich Nitrat in einigen Trinkwasserbrunnen schon in 10 bis 20 Jahren niederschlagen werde. "Wenn Nitrat weiter so wie bislang in die Böden eingebracht wird, wird uns das Problem irgendwann auf die Füße fallen", so Suchenwirth.

Noch ist die Qualität des Trinkwassers sehr gut

Dass die Qualität des Trinkwassers in Niedersachsen derzeit noch sehr gut ist, hat laut Suchenwirth zwei wesentliche Gründe: Einerseits sei das Nitrat noch nicht im Trinkwasser angekommen, andererseits werde ein großer Teil des Landes mit dem nicht belasteten Wasser aus den Talsperren des Harzes beliefert. Niedersachsen profitiere im Gegensatz zu einigen anderen Bundesländern zudem davon, dass die meisten Trinkwasserbrunnen in einer sehr großen Tiefe lägen. Dadurch wirke der darüber liegende Boden derzeit noch wie ein Filter. Um die natürliche Abbaufähigkeit nicht komplett zu erschöpfen, sei es wichtig, dass der Nitrat-Eintrag begrenzt werde, betonte Suchenwirth Die neue Düngeverordnung sei ein erster richtiger Schritt.

Nitrat-Werte steigen seit 2006 an

Wie kritisch die Situation ist, belegen Daten des Ostfriesisch-Oldenburgischen Wasserverbandes (OOWV). Bei rund der Hälfte der mehr als 65 Messstellen in den Wasserschutzgebieten im Landkreis Oldenburg wird der gesetzliche Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter bereits überschritten. "Wir stellen seit 2006 steigende Nitratwerte an den oberflächennahen Grundwassermessstellen fest", sagt OOWV-Sprecher Gunnar Meister. Wenn nicht gegengesteuert werde, bestehe die Gefahr, dass die Nitrat-Überschüsse in das tiefere Grundwasser wandern und auch die Förderbrunnen erreichen, so Meister. Dies könne je nach Lage und Standort wenige Jahre oder mehrere Jahrzehnte dauern. "Die Gefahr ist auf jeden Fall real." Vor allem seit Beginn des Biogasanlagen-Booms 2006 sei seien verstärkt Gülle und Gärreste in den Boden gelangt.

Trinkwasser würde teurer werden

Sollten die Nitrate irgendwann bis zu den Trinkwasserbrunnen vordringen, hätte das nach Einschätzung des OOWV gravierende Auswirkungen. "Um sie herauszufiltern, müssten dann Entsalzungsanlagen gebaut werden", sagt Meister. Dadurch würde sich der Wasserpreis für den Verbraucher von derzeit 90 Cent pro Kubikmeter auf circa 1,40 bis 1,60 Euro erhöhen. Um das zu vermeiden, versucht der OOWV, die Landwirte für die Problematik zu sensibilisieren und mit ihnen zusammenzuarbeiten. "Wenn überall bedarfsgerecht gedüngt wird und keine Nitrat-Überschüsse in den Boden gelangen, lässt sich das Problem in den Griff bekommen, so Meister.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 10.12.2017 | 15:00 Uhr

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