Rollstühle stehen vor einer Brandschutztür in einer Werkstatt für behinderte Menschen. © dpa-Bildfunk Foto: Felix Frieler

Menschen mit Behinderung - ausgegrenzt durch Corona-Pandemie

Stand: 03.12.2020 14:45 Uhr

Durch die Corona-Pandemie werden Menschen mit Behinderung noch schärfer ausgegrenzt. Das ist das Ergebnis des Teilhabeberichts vom Paritätischen Wohlfahrtsverband in Niedersachsen.

Immer mehr behinderte Menschen seien von Armut betroffen, immer mehr rutschten in die Grundsicherung, heißt es in dem Bericht. Außerdem fühlten sich behinderte Menschen weitaus häufiger einsam als nicht behinderte Menschen. Der Paritätische Wohlfahrtsverband wies anlässlich des Tags der Menschen mit Behinderung zudem darauf hin, dass behinderte Menschen durch die Pandemie noch mehr ausgegrenzt werden. In vielen Bereich sei ein Rückfall in alte Rollenmuster zu beobachten. Das berichtet NDR 1 Niedersachsen.

Verband fordert mehr Mitspracherecht

Die Arbeit von Behindertenbeiräten müsse mehr Gewicht bekommen, sagte die Landesvorsitzende des Paritätischen Wohlfahrtsverband, Birgit Eckhardt. Auf allen Ebenen müsse die Politik den Menschen mit Handicap Mitspracherecht einräumen. Das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe müsse auch in einer solchen Pandemie umgesetzt werden, so Eckhardt.

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Um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen, müssten Betreuer und Familien dieser Menschen zu den ersten Personen gehören, die gegen das Coronavirus geimpft werden, fordert Eckhardt. Für sie wäre das ein versöhnliches Signal. Dafür plädiert auch die Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderung. Wenn die betreuenden Personen ausfielen, gebe es niemanden, der sich um die zu pflegenden Menschen kümmere, sagte Petra Wontorra. Sie fordert darüber hinaus, dass Impfzentren gemeinsam mit den örtlichen Behindertenbeiräten geplant werden, sodass diese überall zugänglich, auffindbar und barrierefrei seien.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 03.12.2020 | 12:00 Uhr

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