Stand: 17.04.2020 12:12 Uhr

Meisensterben: Schon 1.200 Fälle in Niedersachsen

Eine Blaumeise blickt aus einem Nistkasten in einer Gartenanlage. © dpa Foto: Holger Hollemann
Die Blaumeise ist bedroht. Eine unbekannte Krankheit hat deutschlandweit seit Mitte März mehr als 8.000 Vögel befallen.

Eine mysteriöse Vogelkrankheit macht derzeit vor allem Blaumeisen zu schaffen. Nach dem gehäuften Aufkommen von Meisensterben im Oldenburger Land hat die Erkrankung offenbar noch mehr Tiere befallen. Laut Naturschutzbund Niedersachsen (NABU) wurden deutschlandweit inzwischen 8.000 erkrankte oder verstorbene Vögel gemeldet. Niedersachsen registerierte mindestens 1.200 Fälle. "Die Tiere sind offenbar von einer bislang nicht identifizierten, aber für Singvögel vermutlich sehr ansteckenden Krankheit betroffen", sagte NABU-Sprecher Matthias Freter. Der NABU rief erneut dazu auf, tote oder erkrankte Meisen zu melden und Fotos einzusenden. "Entscheidend ist jetzt, den Krankheitserreger schnell zu identifizieren. Daher müssen tote Tiere von Experten untersucht werden", sagte Freter.

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Vögel sind apathisch und haben verklebte Augen

Neben Blaumeisen erkrankten offenbar vereinzelt auch Kohlmeisen und andere kleine Singvögel. "Die Tiere fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden sitzen und nicht vor Menschen fliehen", erklärte er. Augen, Schnäbel und Federn seien oft verklebt. Zudem schiene es, als hätten die Vögel Atemnot, beschreibt Naturschutzexperte Freter die Krankheitssymptome. Diese passten zu keiner bekannten Krankheit.

Experten-Rat: Tränke und Futter sauber halten

NABU-Sprecher Freter rät, bei Wasser- und Futterstellen in privaten Gärten auf Hygiene zu achten und die Vögel zu beobachten. Tränken und Fütterung sollten umgehend eingestellt werden, sobald dort mehr als ein kranker Vogel beobachtet werde. Es müsse verhindert werden, dass die Tiere sich an diesen Orten gegenseitig ansteckten. Viele Kadaver und erkrankte Meisen seien an Futterstellen aufgefunden worden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Lüneburg | 14.04.2020 | 15:30 Uhr

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