Stand: 23.12.2018 12:43 Uhr

Marderhund breitet sich in Niedersachsen weiter aus

In Ostniedersachsen leben besonders viele Marderhunde - allen voran in den Landkreisen Uelzen, Gifhorn und Lüneburg.

Luchs, Uhu, Jäger und Auto - damit sind die "natürlichen" Feinde des Marderhundes erschöpft. Kein Wunder also, dass sich das Tier in den vergangenen Jahrzehnten immer stärker in Niedersachsen ausgebreitet hat. Das belegen aktuelle Zahlen der Landesjägerschaft. Demnach wurden im vergangenen Jagdjahr rund 3.590 Exemplare geschossen, weitere rund 310 Tiere kamen vorwiegend auf den Straßen ums Leben - unter dem Strich waren das mehr als je zuvor. Vor rund 20 Jahren seien landesweit so gut wie keine Marderhunde erlegt worden, vor rund zehn Jahren knapp 960 Exemplare. Den Abschusszahlen zufolge hat sich der Marderhund am stärksten in den Landkreisen Uelzen, Gifhorn und Lüneburg vermehrt, es folgen die Landkreise Cuxhaven, Harburg und Celle.

Naturschützer uneins über Gefahr durch Marderhund

Marderhunde stammen aus Ostasien. Mitte des 20. Jahrhunderts wurden zahlreiche Tiere aus Pelzfarmen im Westen der damaligen Sowjetunion freigelassen. Seither breiten sie sich weiter Richtung Westen aus. Manche Naturschützer sehen darin eine Gefahr für heimische Tiere. "Der Marderhund als invasive Art kann natürlich in Niedersachsen vorkommenden Tierarten als Nahrungskonkurrent oder Fraßfeind stark schaden", sagt Tonja Mannstedt vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). "Größere Schäden sind nicht belegt", meint dagegen Philip Foth vom Naturschutzbund (NABU). Auffällig sei, dass besonders viele Marderhunde in Gebieten zu finden sind, in denen viel Schalenwild, wie Hirsche, Rehe und Wildschweine, geschossen werden. "Hier profitieren sie von dem hohen Angebot von Aas in Form von Eingeweiden", erklärt Foth. Jäger lassen sie nach dem Aufbrechen ihrer Beute für andere Tiere liegen.

 


23.12.2018 15:24 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels wurde der Marderhund fälschlich Marder genannt. Wir bitten dies zu entschuldigen.

 

Weitere Informationen

Otte-Kinast fordert wolfsfreie Gebiete

In der Diskussion um eine Begrenzung der Wolfspopulation hat Niedersachsens Agrarministerin eine Vertreibung des Wolfes aus Teilen des Bundeslandes gefordert - insbesondere an der Küste. (06.12.2018) mehr

Wildkatzen erobern nun auch die Heide

Die vor vielen Jahren vom Aussterben bedrohte Wildkatze erobert Niedersachsen. Naturschützer fanden jetzt DNA-Spuren in der Lüneburger Heide - so weit nördlich wie noch nie. (23.11.2018) mehr

03:15
Hallo Niedersachsen

Die "Problem-Nager": Jagd auf Nutrias

10.11.2018 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Nutrias, auch Biberratten genannt, können große Schäden anrichten, weil sie Deiche und Uferläufe von Gewässern unterhöhlen. Sie werden deshalb gejagt. Video (03:15 min)

Dieses Thema im Programm:

Hallo Niedersachsen | 10.06.2018 | 19:30 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

04:36
Hallo Niedersachsen
03:14
Hallo Niedersachsen
03:27
Hallo Niedersachsen